
Die chinesische Außenangreiferin Hui Ruoqi versucht hier den deutschen Block mit Jule Paul, Saskia Radzuweit und Natalia Cukesseva (von links) zu überwinden.
150-Minuten-Krimi mit Happy-End im Tie-Break
Deutsche Volleyball-Juniorinnen landen in der Mindener Kampa-Halle gegen Chinas Auswahl mit 3:2 den dritten Erfolg
Exakt zweieinhalb Stunden Volleyball mit Spannung bis zum allerletzten Ballwechsel sahen die Zuschauer in der Mindener Kampa-Halle – und ein glückliches Ende für die deutschen Juniorinnen.
Während die U-19-Mannschaft des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) im dritten Aufeinandertreffen mit der chinesischen Auswahl ihr „drittes Schäfchen“ ins Trockene brachte, stand das bis zum Ende ausharrende Publikum nach dem 3:2 (23:25, 25:20, 25:22, 14:25, 15:13) allerdings nach Verlassen der Halle im strömenden Regen des Unwetters. Es durfte aber durchaus zufrieden sein mit dem, was die beiden Mannschaften nach dem 3:2 am Montag in Paderborn und dem 3:0 am Dienstag in Höxter in Minden gezeigt hatten.
Im Rahmen der Vorbereitung auf die Europameisterschafts-Endrunde im September in Italien trifft das Team von Bundestrainer Jens Tietböhl noch in Werl und in Büren zwei weitere Male auf die chinesiche Mannschaft, den Jugend-Weltmeister. Das Duell „Best of Five“ hat der amtierende Junioren-Europameister also schon vorab für sich entschieden.
Sprach Tietböhl nach dem 3:0 in Höxter noch von einer „beeindruckenden Leistung meiner Mannschaft“, so war der Bundestrainer gestern Abend nach dem letzten Ballwechsel kurz nach 22 Uhr nicht ganz zufrieden: „Wir haben in den ersten beiden Partien stärker gespielt. Die Chinesinnen waren heute besser als zuvor.“
Vor allem mit ihren Angaben sorgten sie diesmal für mehr Druck, und die deutschen Spielerinnen hatten immer wieder Probleme bei der Annahme. Auch in der Feldabwehr haperte es nicht nur einmal.
Der erste Durchgang hatte über 3:3, 8:3 und 14:10 zwar gut begonnen, doch nutzten die Chinesinnen Annahmeschwächen, um auf 21:17 vorbeizuziehen und nach dem 21:21 und 23:23 den Satz mit 25:23 zu gewinnen. In Durchgang 2 lag die deutsche Mannschaft dann ständig in Front. 4:1, 7:2, 12:7, 17:13, 21:15 und 23:17 lauteten die deutlichsten Vorsprünge. Doch leichte Fehler ließen die Gäste beim 7:8, 13:15 und 15:18 immer wieder herankommen. Über 23:19 ging mit 25:20 der Satz dann aber doch an die Deutschen. Etwas knapper ging es zu im wieder spannenden dritten Durchgang über 4:4, 9:9, 13:9, 17:12, 19:15, 19:18, 21:18, 23:20 und schließlich 25:22. Satz 4 ging dann klar an China über 4:5, 5:12, 7:16, 9:19, 11:21 und schließlich 14:25. Da halfen auch keine Unterstützung durch das Publikum und Deutschland-Sprechchöre. Im Tie-Break war das deutsche Team aber wieder hellwach und steuerte beim 8:4 zum Seitenwechsel schon auf die Siegerstraße. China glich aber zum 8:8 aus und feierte jeden Ballpunkt ausgelassen. Doch über 11:11, 13:11 und 14:12 nutzte das deutsche Team den zweiten Matchball.
Die vom VC-Vorsitzenden Peter Mehwald anvisierte 1000-Zuschauer-Marke wurde gestern zwar nicht ganz erreicht, doch bedankte sich Bundestrainer Tietböhl am Ende bei einer fast vollständig besetzten Haupttribüne über die großartige Unterstützung und war auch WVV-Präsident Matthias Fell mit der Ausrichtung durch den 1. VC zufrieden. Nach dem Duell trafen sich Mannschaften, Offizielle und Gäste noch im VIP-Raum der Kampa-Halle zu einem Gemütlichen.
Die Mannschaften
Deutschland: Lenka Dürr, Alexandra Jovy (beide Vilsbiburg), Frauke Formazin, Janine Hinderlich, Anja Brandt, Sarah Petrausch, Kira Walkenhorst, Sina Kostorz (alle Berlin), Jule Paul, Janina Völker (beide Schwerin), Saskia Radzuweit, Natalia Cukesseva (beide Hamburg), Ines Bathen (Münster), Karen Lisson (Dresden).
China: Chen Yayun, Hui Ruoqi (beide Jiangsu), Gao Fei, Wang Na, Li Jing (alle Zhejiang), Zhang Yichan (Shanghai), Xu Ni (Liaoning), Fan Linian, Liu Yanhan, Liu Congcong, Liu Peixin (alle Army).
4.7.2008 minden-web



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