Eckhard Wiens
Eckhard Wiens

Marathon-Strecke kommt „unter die Räder“

Mit Jones-Counter sowie Hammer und Nägel auf Vermessungs-Tour / Fehlende 290 Meter mit „Schleife“ ausgeglichen

„Unter die Räder gekommen“ ist im ursprünglichen Sinne des Wortes die Strecke, die am 17. Mai 2009 Läuferinnen und Läufer beim 1. Porta-Marathon unter die Füße nehmen werden.

Bewaffnet mit Schreibzeug und Taschenrechner sowie Hammer und Nagel, vermaß das für den sportlichen Teil der Großveranstaltung verantwortliche „Sport-Team“ an zwei Tagen exakt die Straßen und Wege, über die sich dann die Teilnehmer an Marathon, Halbmarathon und 10-Kilometer-Lauf beweisen werden. Notwendig ist dieses, damit ihre Leistungen dann auch Eingang in die offiziellen Bestenlisten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes finden können.

„Uns fehlen 290 Meter!“ Diese nach der ersten Gesamtbilanz unter dem Strich stehende Tatsache konnte die Verantwortlichen nicht erschüttern. Zwar ist es nicht Vorschrift, dass Start- und Ziellinie ein und dieselbe sein müssen, doch die Macher packte der Ehrgeiz. Es wurde überlegt und schließlich eine kleine „Schleife“ eingefügt: Vom Fähranleger in Barkhausen auf dem Weserradweg kommend, macht das Läuferheer nunmehr über Cheruskerstraße, Nibelungenweg und Wittekindallee einen kleinen Schlenker zurück Richtung Sommerbad, Johansenstraße und Weserpromenade.

Start und Ziel liegen exakt auf einer Linie

„Start und Ziel an der Feldstraße sind nun völlig identisch, der Rundkurs ist exakt einen Halbmarathon lang“, freute sich Eintracht Mindens Leichtathletik-Geschäftsführer Eckhard Wiens, der zusammen mit Pamela Burzlaff und Ulrich Beißner von Hauptsponsor porta möbel das Sport-Team bildet, neben dem sich das „Event-Team“ um das Rahmenprogramm der Veranstaltung kümmert.

Auf dem nun genau 21,0975 Kilometer langen in etwa dreieckigen Kurs mit den Eckpunkten Fähranleger Barkhausen, Schlagde und Dützer Mühle war per Fahrrad, Motorrad und Kleintransporter das Trio zwei Tage lang unterwegs zusammen mit den Eintracht-Läufern Thomas Nick und Theo Block als Helfern sowie Jürgen Jendreizig aus Oelde, einem lizensierten Vermesser des DLV. Nicht nur einmal mussten sie irritierte Anwohner mittels Informationsmaterial von der Seriösität ihres Vorgehens überzeugen. Denn nicht weniger als 18 Messpunkte wurden festgelegt und dort Stahlnägel mit runden Köpfen eingeschlagen, die – zudem rosa markiert – auch am Tage der Veranstaltung und danach noch etwaige Kontrollen ermöglichen.

Messpunkte und Routenführung

Messpunkte wurden markiert nach dem Start in Richtung Osten jenseits der Portastraße, auf der Alten Poststraße auf halbem Weg zum südlichen Wendepunkt, am Fähranleger Barkhausen, auf dem Weserradweg in Höhe der Theodor-Heuss-Brücke, vor dem Sommerbad, auf der Schlagde in Höhe der neugestalteten Unterführung, am Ende der Bäckerstraße vor dem Kaufhaus Hagemeyer, auf dem Marktplatz, am Ratsgymnasium, Ecke Kuhlenstraße/Reiherweg, nach Hohenstaufenring und Querung der Lübbecker Straße an der Charlottenstraße, Nach den Kohlwiesen, am Windsorweg, am Roseneck vor der Dützer Mühle, an der Bergstraße, an der Niedernfeldstraße, am Erzweg und schließlich auf der Weidestraße, womit in etwa der Verlauf der Strecke skizziert ist, die für die Marathon-Distanz von 42,195 Kilometer zweimal zu absolvieren ist.




Punkte, wo es zu Problemen oder Konflikten mit dem motorisierten Verkehr kommen könnte, sieht Eckhard Wiens nicht: „Wir haben uns schließlich lange und intensiv Gedanken gemacht.“ Portastraße und Lübbecker Straße werden zwar überquert, aber an der Ringstraße gibt es in Höhe der Kuhlenstraße eine etwa acht Meter breite Unterführung. Und auch der Verkehr am neuen Klinikum kann ungehindert fließen. „Auch für den Halbmarathon, für den ich das größte Feld erwarte, sind die Straßen und Wege breit genug. In der Unterführung an der Schlagde müssen die Läufer halt auf die Stufen rechts und links des Weges achten.“

Auf der abwechslungsreichen Route haben die Teilnehmer kurz vor dem Ziel zwischen Niedernfeldstraße und Erzweg eine nicht gerade geringe Steigung zu bewältigen. „Da könnte man Bergwertungs-Punkte vergeben oder eine Prämie aussetzen“, macht Wiens keine Scherze. Insgesamt aber liegen nur etwa 70 Höhenmeter zwischen dem niedrigsten und höchsten Punkt der Gesamtstrecke, die man – wie zwischen 2001 und 2006 bei den fünf Rose-Marathon-Veranstaltungen – bewusst wieder über die Alte Poststraße und durch Dützen geplant hat: „Ganz besonders dort sind die Teilnehmer von begeisterten Anwohnern angefeuert und unterstützt worden.“ Am dritten Mai-Sonntag des kommenden Jahres dürfte aber auch die erstmals einbezogene Innenstadt gut besucht sein. Auf dem Scharn soll nach Abschluss der Hagemeyerschen Baumaßnahmen die Westseite genutzt werden, um die Stufen auszuklammern.

Neben dem Marathon und dem Halbmarathon sind für den 17. Mai auch ein Staffel-Marathon (für vier Personen aus Firma, Familie, Freundeskreis, Schule usw.), ein 10-Kilometer-Lauf für Jedermann und ein Bambinilauf über etwa 1000 Meter als Laufspaß für die großen und kleinen Kinder ausgeschrieben. Die am Wochenende ebenfalls vermessene 10.000-Meter-Distanz führt nach einem kurzen Stück auf der Halbmarathon-Strecke dann nach Norden und über die Straße Kohlwiesen auf den westlichen Teil des Dreieckskurses zur Dützer Mühle und zurück ins Gewerbegebiet zur Feldstraße.

Wenn auch nicht in Laufschuhen, so legte per Fahrrad, Motorrad und Pkw der „Vermessungs-Trupp“ weitaus mehr als eine Marathon-Distanz zurück. Zuvor und auch immer wieder zwischendurch mussten dabei Eichungen am Messfahrrad vorgenommen werden, das mit einem „Jones-Counter“ ausgestattet war, der die Umdrehungen des Vorderrades misst. Witterungsbedingungen und Straßenverhältnisse sorgten zwar immer wieder für leicht abweichende Messergebnisse, doch letztlich konnte das vom DLV geforderte hieb- und stichfeste Protokoll mit dem detailliert dokumentierten Streckenverlauf erstellt werden. Auch wenn am Messrad zwischenzeitlich der für das Fixieren des Vorderrades besonders wichtige Bowdenzug der Handbremse riss. Kurzerhand und sportart-übergreifend half da Radsport (Lindemann) der Leichtathletik . . .

23.10.2008




Viel Muskelkraft war gefragt: Mit dem Messfahrrad protokollierten (von links) Ulrich Beißner, Jürgen Jendreizig, Thomas Nick, Pamela Burzlaff, Theo Block und Eckhard Wiens die Streckenführung für den 1. Porta-Marathon.


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