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Neuenknicker melden Bundesliga-Team ab
Neuer Rennmodus lässt auch amtierenden Meister Olching aussteigen / „Wissen nicht, was finanziell auf uns zukommt“
Der heimische Sport ist im neuen Jahr um eine Bundesliga-Mannschaft ärmer geworden. Als die insgesamt 20 Vereine umfassende Speedway-Veranstalter-Gemeinschaft jetzt die Renntermine für die deutsche Elite-Liga der Schleifschuh-Artisten und den gegenüber der letzten Saison veränderten Modus veröffentlichte, suchte man im Feld der um die Mannschafts-Meisterschaft fahrenden Klubs den Namen SC Neuenknick vergeblich.
„Wir haben lange hin und her überlegt. Wir wissen nicht, was aufgrund der neuen Regelungen finanziell auf uns zukommt, und haben deshalb für dieses Jahr schließlich auf eine Teilnahme verzichtet“, klärte SCN-Pressewart Günter Prange auf MT-Anfrage auf. Dabei sind die Petershäger in „guter Gesellschaft“, denn auch der MSC Olching verzichtet in diesem Jahr auf die Bundesliga. Und die Bayern sind immerhin amtierender Deutscher Meister, nachdem sie das Vorjahresfinale vor MSC Diedenbergen, ST Wolfslake und AC Landshut gewannen. Die Vorrunde war 2008 mit außerdem MSC Brokstedt, den Neuenknickern und MSC Pfaffenhofen ausgetragen worden, wobei jeder der sieben Klubs ein Heimrennen ausrichtete, dabei drei weitere Mannschaften zum Gegner hatte und zu den einzelnen Heats jeweils pro Verein ein Fahrer am Startband stand.
Doch nach bereits 36-jähriger Geschichte der Speedway-Bundesliga unter beinahe unveränderten Rahmenbedingungen haben sich die Verantwortlichen des Deutschen Motorsport-Bundes (DMSB) und der Speedway-Veranstalter-Gemeinschaft (SVG) nun zu einer „revolutionären“ Neuerung entschlossen: Nach polnisch-englisch-schwedischem Muster wird in diesem Jahr Paar-Speedway gefahren, an jedem Renntag stehen sich nur noch zwei Klubs gegenüber, und dabei treten zu jedem Lauf je zwei Fahrer der Heim-Mannschaft und je zwei der Gäste an.
Wiedereinstieg im Jahr 2010 möglich
Schon bei den in der kommenden Saison nur noch fünf Teams (die verbliebenen Diedenbergen, Wolfslake und Landshut sowie MSC Brokstedt und MC Güstrow) ergeben sich nach dem neuen Modus „Jeder gegen Jeden“ (einfache Runde ohne „Rückspiele“) insgesamt mehr Renntage. Heim- und Auswärtsrennen werden gleichmäßig verteilt, und so ist in diesem Jahr bei fünf Mannschaften jeder Klub zweimal Gastgeber, was mehr organisatorischen Aufwand mit sich bringt. Zudem erhöhen insgesamt mehr Rennen die Kosten für Antritts- und Punkteprämien für die Fahrer. Deshalb stehen nicht nur die Neuenknicker dem neuen Modus skeptisch gegenüber. „Wir werden die Saison und die weitere Entwicklung selbstverständlich genau beobachten und halten uns die Option offen, im Jahr 2010 wieder einzusteigen“, blickt Prange voraus.
Einige der zuletzt für den SCN fahrenden Akteure sind im übrigen in der Bundesliga verblieben, denn Tobias Busch und Kevin Wölbert schlossen sich dem MC Güstrow an, Max Dilger dem AC Landshut und Kai Huckenbeck dem MSC Brokstedt. Die Frage nach einem schlagkräftigen Team für eine mögliche Bundesliga-Rückkehr im nächsten Jahr beantwortet Prange eher allgemein: „Wenn das Finanzielle passt, bekommt man jeden Fahrer …“
Einen Unterbau für die Bundesliga gibt es im übrigen schon seit Jahren nicht mehr. Zuletzt war in der Saison 2006 unter der 1. Bundesliga (damals sieben Teams) in einer 2. Bundesliga (mit insgesamt zehn Mannschaften in zwei Gruppen) gefahren worden.
Auf wie gewohnt Speedway am Ostersonntag im Lindenau -Stadion werden die heimischen Motorsport-Fans aber nicht verzichten müssen: Statt des obligatorischen Bundesliga-Rennens wollen die Petershäger ein offenes Rennen mit A-Lizenz-Fahrern auf die Beine stellen. Im 16er-Feld sollen dann auch einige starke dänische Fahrer sein. Nägel mit Köpfen will die Vereinsführung um den Vorsitzenden Karl-Heinrich „Kalle“ König in den nächsten Tagen machen.
Am 22. März (gerade für viele auswärtige Mitglieder hat sich der Sonntag-Vormittag-Termin bewährt) findet dann die Jahreshauptversammlung des Vereins statt, der derzeit 128 Mitglieder zählt, alters- oder krankheitsbedingt aber für einige Aufgaben und Ämter händeringend nach willigen Leuten sucht. Überarbeitet wird derzeit auch die Homepage des Vereins im Internet unter www.sc-neuenknick.de
3.3.2009 minden-web






