Jörg Sender im “Tunnel” zum OWL-Rekord

Mindener Senioren-Mittelstreckler glänzt in Lothringen beim Länderkampf über 1500 m

Trotz großer Hitze und Reisestrapazen hat Eintracht Mindens Senioren-Mittelstreckler Jörg Sender beim Leichtathletik-Länderkampf Frankreich – Deutschland eine erstklassige Leistung abgeliefert.

Sender war über 1500 m in der Altersklasse M50 am Ende Schnellster der beiden Deutschen und Franzosen, holte somit für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in der Länderkampf-Wertung (5 – 3 – 2 – 1) die optimale Punktzahl – und lief schließlich noch eine Zeit, die OWL-Rekord in dieser Altersklasse bedeutet. „Ich war selbst überrascht, damit hatte ich gar nicht gerechnet“, bekannte Sender: „Ein Länderkampf ist etwas ganz anderes als ein normales Rennen. Da hat man nur die Konkurrenz aus dem Gegner-Land im Blick und läuft wie in einem Tunnel.“

In Yutz in Lothringen maßen sich aus Frankreich und Deutschland die Frauen und Männer der Altersklassen 40 und 50. Insgesamt gewann Deutschland den Vergleich mit 164:158 Punkten. Rund sechs Stunden benötigten Sender und drei weitere Herforder Athleten für die Fahrt per Pkw über etwa 500 Kilometer zum Austragungsort, wo sie 38 Grad Celsius erwarteten. Im Mannschaftshotel nahmen die DLV-Starter die Nationaltrikots in Empfang, und nur gut zweieinhalb Stunden nach der Ankunft standen die 1500 m an, für die der Mindener nominiert war. Senders „Haustrecke“, die 800 m, waren nicht im Wettkampf-Programm.
Die vier M40- und vier M50-Läufer gingen gemeinsam ins Rennen. Frank Karotsch von der TG Stockach, amtierender Deutscher M50-Meister über 1500 m, übernahm die Führung, während sich Sender als aktueller 800-m-Champion an den stärksten Franzosen „hängte“.

Im Schlussspurt den Franzosen „kassiert“

Als nach etwa 1000 Metern dieser den Läufer vom Bodensee „kassierte“, überholte auch Sender den Stockacher. Rund 230 Meter vor dem Ziel spurtete Sender dann auch an dem Franzosen vorbei und schließlich zu 4:22,61 Minuten und OWL-Rekord in der M50. Er verbesserte damit deutlich die 4:25:10 seines Vereinskollegen Wolfgang Vehlewald, der erst kürzlich die 4:25.40 von Bernd Kuhlmann unterboten hatte.

Kaum zwei Stunden später kam Jörg Sender dann noch in der DLV-Staffel der M50 über 4×400 m zum Einsatz, nachdem sich einer der besten Deutschen auf dieser Distanz verletzt hatte. Als Schlussläufer konnte Sender dem stärksten Franzosen nicht folgen und verlor sechs Zehntelsekunden, wurde aber mit einer für ihn sehr guten Zeit von 55,6 Sekunden gestoppt. Auf einen Einsatz als Einzelläufer auf dieser Strecke hatte Sender schon im Vorfeld verzichtet.

14.7.2010 minden-web


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