Alle Anwesenden stimmten für das Vorhaben

Beten und betteln musste Friedrich Rodenberg nicht.
Marathonlauf zum neuen Kunstrasenplatz
SVKT-Vorsitzender Rodenberg: Sind bei Kilometer 40 angekommen / Mitglieder machen Weg frei für Reststrecke
„Wenn wir das Projekt mit einem Marathonlauf vergleichen, sind wir jetzt bei Kilometer 40 angekommen. Bis zum Ziel sind aber noch einige Steine wegzuräumen.“ Anschaulich skizzierte bei der Außerordentlichen Mitgliederversammlung von SV Kutenhausen-Todtenhausen Vorsitzender Friedrich Rodenberg den bisherigen Weg des Vereins beim Vorhaben, an der Stelle des Ricoten-Platzes in Kutenhausen einen neuen Kunsttrasenplatz zu erstellen.
Und auch die letzten 2195 Meter kann der Klub aus dem Mindener Norden nun in Angriff nehmen: Die Anwesenden im gut gefüllten Saal des Dorfgemeinschaftshauses in Todtenhausen gaben nämlich einstimmig ohne jede Gegenstimme oder Enthaltung dem Vorstand grünes Licht, den Schlussspurt in Angriff zu nehmen. Rodenbergs Aufforderung zur Aussprache wurde aus der Versammlung heraus gar abgewiegelt, und man schritt sofort zur Abstimmung.
„Wir können also unter den zuvor genannten Aspekten weiterarbeiten“, nahm der Vorsitzende das Votum der Mitglieder zufrieden zur Kenntnis: „Wir wollen schließlich etwas tun für die Jugend und sind dann auf Jahre hinaus gut aufgestellt.“
„Das ist ein Beschluss von einer Tragweite, wie sie der Verein in seiner Geschichte noch nie gefasst hat. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg“, fasste am Ende Wilhelm Borgmann aus dem Ältestenrat die Versammlung in einem treffenden Schlusswort zusammen.
Den bisherigen Werdegang des Projektes mit Auf und Ab und Hindernissen hatte eingangs Rodenberg anhand eines Marathonlaufes veranschaulicht. Die im Januar 2010 in einer Vorstandssitzung geborene Idee war dann Thema in der folgenden Jahreshauptversammlung, nach der im April eine Arbeitsgruppe gebildet wurde. Diese und der Ältestenrat hatten in der Fußballabteilung und im Umfeld in Kutenhausen und Todtenhausen schnell die ersten Gönner ausgemacht.
Bei Kilometer 20 die ersten Krämpfe
„Doch nach der Euphorie im Sommer stellten sich zum Jahreswechsel bei Kilometer 20 die ersten Krämpfe ein“, so der Vorsitzende. Nach der Jahreshauptversammlung 2011 und Kilometer 30 konnte weiter Kurs gehalten werden auf die etwa benötigten 300 000 Euro, die sich auf vier Säulen gründen: Sponsoren, Spenden der Vereinsmitglieder, Eigenleistungen und eine eventuelle Kreditaufnahme.
Kilometer 35 wurde erreicht, als unter dem Strich 320 Spender und rund 200 000 Euro standen, davon rund 80 000 Euro von Mitgliedern. Elf Komplettangebote wurden von Firmen eingeholt, aus denen dann mögliche Eigenleistungen herausgenommen werden sollen wie Umrandung des Spielfeldes mit Platten, Entsorgung des Ricoten-Belags oder Errichtung eines Zaunes.
Nach der Versammlung und Kilometer 40 ist nun die nächste Wegmarke der 17. Juni, für den vier Firmen zu konkreten Gesprächen eingeladen sind. Und das Ziel soll dann bereits Ende September oder Anfang Oktober erreicht sein, wenn zumindest die neue Spielfläche von 100 Meter Länge und 65 Meter Breite fertiggestellt sein wird auf dem Areal westlich des Rasenplatzes, wo im Jahr 2005 aus Kostengründen „nur“ der Ricoten-Platz erstellt werden konnte.
Appell an das Wir-Gefühl der Orte und Mitglieder
An anderer Stelle, z. B. in Todtenhausen, würde auch heute der Neubau eines Kunstrasenplatzes das finanziell Machbare des Vereins übersteigen, so Friedrich Rodenberg, der deshalb auch noch einmal an das Wir-Gefühl appellierte, sowohl der beiden Ortschaften als auch der weiteren Sparten des Vereins, die aus dem neuen Platz keinen unmittelbaren Nutzen haben. Im Blick habe man natürlich auch die Folgekosten. „Wir werden deshalb vorerst auf jeden Euro achten müssen“, erklärte Rodenberg.
Bei der „Außerordentlichen“ stimmten bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung die Anwesenden auch einer moderaten Anpassung der Mitgliedsbeiträge rückwirkend zum 1. Januar zu, um laufende Kosten besser abfangen zu können. „Das hat nichts unmittelbar mit dem Bau des Kunstrasenplatzes zu tun“, stellte Vorsitzender Friedrich Rodenberg klar.
2.6.2011 minden-web






