Spieler Sascha Schumann

Schiedsrichter Tristan Eppelt

 

“Ich mach dich fertig” oder
“Du machst mich fertig”?

Aussage gegen Aussage und keine Zeugen: Kammer vertagt Verhandlung

„Ich mach dich fertig“ oder „Du machst mich fertig“ – Welche Worte tatsächlich gefallen sind, konnte bei der Sitzung der Senioren-Spruchkammer des Fußballkreises Minden nicht geklärt werden, und so wird demnächst noch einmal getagt.

Verhandelt wurden vor dieser am Mittwochabend im Restaurant Kaisersaal an der Mindener Königstraße die Vorkommnisse im Petershäger Stadtpokal-Endspiel zwischen Landesligist RW Maaslingen und Bezirksligist TuS Petershagen-Ovenstädt vom 30. Juli und hier der „Verdacht des grob unsportlichen Verhaltens/Schiedsrichterbedrohung durch den Spieler Sascha Schumann, RW Maaslingen, nach Zeigen der gelb-roten Karte durch den Schiedsrichter gemäß Eintragung in den Spielbericht“.

Da Schiedsrichter Tristan Eppelt (Minden) und Sascha Schumann unterschiedliche Darstellungen des Hergangs erzählten und dabei blieben und geladene Zeigen entweder nicht anwesend waren oder nichts zur Aufklärung beitragen konnten, sah die Spruchkammer nach eingehender Beratung keine andere Möglichkeit, als mit den diesmal nicht erschienenen und weiteren Zeugen zu einem späteren Termin einen neuen Versuch zu unternehmen. Kammer-Vorsitzender Andreas Lüttge: „Ich will die Sache sauber aufgeklärt haben.“

Die gelb-rote Karte zeigte Referee Eppelt dem gelb-vorbelasteten Schumann in der 89. Spielminute nach einem Foul bei einem Freistoß und dessen lautstarker Kritik an Eppelts Entscheidung. Über die dabei gefallenen Worte gingen die Darstellungen ebenfalls auseinander. Laut Eppelt habe beim Zeigen der Karte Schumann so nahe vor ihm gestanden, dass er seine Intimsphäre verletzt habe. Dann habe er sich fünf bis sieben Meter entfernt, umgedreht und mit erhobenem Zeigefinger gesagt: „Dich mach ich fertig.“

Darstellungen gehen auseinander

Schumann hingegen schilderte, er habe nach dem Umdrehen eine abwinkende Handbewegung gemacht und gesagt: „Du machst mich fertig.“ So habe er seinerzeit auch nicht den Anhörungsbogen unterschrieben, da er den Satz – wie vom Schiedsrichter notiert – nicht gesagt habe.

Zugetragen hat sich der Vorfall zwischen Strafraum und Mittellinie auf der von den Zuschauern aus gegenüber liegenden Spielfeldhälfte vor den Trainerbänken.

Von den geladenen Zeugen fehlten beide Schiedsrichter-Assistenten: Lars Radicke (Bückeburg) entschuldigt wegen Urlaubs und Necmi Koyun (Bad Oeynhausen) unentschuldigt. Gegen Letzteren verhängte die Kammer dann auch eine Strafe in Höhe von 25 Euro. Schriftlich abgesagt hatte am Morgen des Verhandlungstages TuSPO-Spieler und Physiotherapeut Clement Duah aus beruflichen Gründen; außerdem sei er auf dem Spielfeld zu weit weg gewesen vom Ort des Geschehens. So nahm auf dem Zeugenstuhl dann nur der Maaslinger Spieler Daniel Horstmann Platz, der zwar bis zum Zeigen der Karte alles mitbekommen hatte, von den anschließend gefallenen Worten aber nichts.

Zum neuen Verhandlungstermin sollen neben beiden Schiedsrichter-Assistenten geladen werden auch TuSPO-Akteur Alexander Stichling als direkter Gegenspieler Schumanns in dieser Partie und somit in der Nähe sowie – so Lüttge – „ein, zwei völlig unbeteiligte Zeugen“.

9.9.2011 minden-web




Kreisspruchkammer-Vorsitzender Andreas Lüttge (rechts) will bei einem neuen Verhandlungstermin „die Sache sauber aufgeklärt haben“.


border=0

border=0

border=0

border=0

border=0