Sascha Schumann (rechts) und der Maaslinger Vereinsvertreter Alexander Wiese kündigten nach dem Urteilsspruch Berufung an.
Vier Wochen Sperre für Sascha Schumann
Kreisspruchkammer „schenkt neutralem Zeugen Eppelt das Vertrauen“ / Maaslinger kündigen Berufung an
„Ich mach dich fertig“ oder „Du machst mich fertig“ – Auch bei der Fortsetzung der Verhandlung vor der Senioren-Spruchkammer des Fußballkreises Minden konnte nicht geklärt werden, welche Worte Sascha Schumann gegenüber Schiedsrichter Tristan Eppelt benutzt hat. Gegenüber der Vertagung zwei Wochen zuvor sprach im Restaurant Kaisersaal an der Mindener Königstraße am Mittwochabend die Kammer aber ein Urteil, als zum zweiten Mal die Vorkommnisse beim Petershäger Stadtpokal-Endspiel zwischen RW Maaslingen und TuS Petershagen-Ovenstädt vom 30. Juli Tagungs-Gegenstand waren und hier der „Verdacht des grob unsportlichen Verhaltens/Schiedsrichterbedrohung durch den Spieler Sascha Schumann, RW Maaslingen, nach Zeigen der gelb-roten Karte durch den Schiedsrichter gemäß Eintragung im Spielbericht“.
„Die Zeugen haben Punkt für Punkt die Aussage Eppelts bestätigt, mit Ausnahme des entscheidenden Satzes. In diesem Punkt schenken wir dem neutralen Zeugen Eppelt das Vertrauen. Wir sind nicht hellsehend, und irgendwo hat die Eintragung ihre Grundlage“, begründete Spruchkammer-Vorsitzender Andreas Lüttge (SV Frille-Wietersheim) kurz das Strafmaß von vier Wochen Sperre bis zum 18. Oktober bzw. vier Pflichtspiele. Schumann bzw. der Verein RW Maaslingen haben auch die Kosten des Verfahrens zu tragen.
Vier Wochen Sperre hätten den Maaslinger Torjäger auch erwartet, wenn er sein Kreuz an der entsprechenden Stelle auf dem Anhörungsbogen gemacht hätte, mit dem Verfahren abgekürzt und mündliche Verhandlungen vermieden werden sollen. Diesen Bogen hatte Kreisfußballausschuss-Mitglied Ralf Schlingmann bereits am Montag nach dem Spiel Schumann überbracht, um nicht unnötig Zeit ins Land gehen zu lassen. „Er kann aber nicht unterschreiben, was er nicht gesagt hat“, berichtete bei seiner Aussage vor der Spruchkammer RWM-Trainer Andreas Schwemling von einem damaligen klärenden Gespräch zwischen ihm und Schumann und stellte sich hinter seinen Spieler, der am Mittwoch nichts hinzuzufügen hatte seiner Aussage von vor zwei Wochen, er habe sich nach Zeigen der gelb-roten Karte vom Schiedsrichter entfernt mit einer wegwerfenden Handbewegung und dem Satz: „Du machst mich fertig.“
Eilantrag, um die Sperre auszusetzen
So kam dann auch ein klares „Nein“ aus dem Munde von Alexander Wiese als Maaslinger Vereinsvertreter auf die abschließende Frage Lüttges, ob man das Urteil annehme. Man werde vielmehr Berufung einlegen, die dann vor der Bezirksspruchkammer (BSK) zu verhandeln ist, und ließ sich die Rechtsmittelbelehrung aushändigen. Da unabhängig davon die Sperre gegen Schumann bereits läuft, wolle man prüfen, ob mittels eines Eilantrags an die BSK diese ausgesetzt werden könne.
Wie vor zwei Wochen konnte auch am Mittwoch keiner der Zeugen die Aussage Schumanns bestätigen. Es hatte aber auch keiner den von Schiedsrichter Tristan Eppelt festgehaltenen Satz „Ich mach dich fertig“ vernommen oder eine drohende Armbewegung gesehen. Eppelts Assistent in diesem Spiel, Lars Radicke, war zu weit weg und hatte „keine freie Sicht“. TuSPO-Torwart Jakob Kröcker hatte Schumann und Schiri zwar „Nase an Nase“ stehen gesehen, aber ebenso nichts gehört wie die unter den Zuschauern weilenden Schiedsrichter Andre Pulter und Hans-Heinrich Rasche sowie von RWM Trainer Andreas Schwemling, Spieler Daniel Horstmann oder der ansonsten filmende Sebastian Berane, der beim Weggehen Schumanns ein „Abwinken, wie es jeder F-Jugendliche drauf hat“ gesehen hatte. Als weitere geladene Zeugen fehlten vom TuSPO Trainer Thomas Ehlert entschuldigt wegen Bereitschaftsdienst und Spieler Alexander Stichling wegen „dringender Termine in der Uni“.
23.9.2011 minden-web






