„Herzlich Willkommen!” zu eigenständigen Tagungen eines Fußballkreises 23 Minden mit Walter Schütte als Vorsitzendem dürfte es in absehbarer Zeit nicht mehr geben. 

Fußball-Kreise vor der "Zwangsvereinigung

Schiedsrichter-Misere und elektronische Kommunikation sorgen für Diskussionsstoff bei Arbeitstagung von „23 Minden”

Die Schiedsrichter-Misere als inzwischen Dauerthema sowie der Umgang mit dem Internet als Kommunikationsebene waren die beiden Punkte, die bei der Arbeitstagung der Fußballvereine im Kreis 23 Minden für den meisten Diskussionsstoff sorgten.

Durchaus möglich, dass diese Zusammenkunft der Vereinsvertreter in der Hartumer „Buschklause” in dieser Form eine der letzten war. Da in der Hinrunde alles in geregelten Bahnen verlief, zur zweiten Halbserie ebenfalls wenig zu besprechen war und zudem die modifizierten Spielpläne vorab elektronisch per E-Mail verschickt worden waren, stellte Kreisvorsitzender Walter Schütte die Frage nach dem Sinn einer derartigen Versammlung zwischen den Halbserien. Eine Probeabstimmung brachte kein eindeutiges Votum der Vereinsvertreter, und so soll darüber noch einmal im Kreisvorstand diskutiert werden: „Wir denken darüber nach.”

Zusammenkünfte als eigenständiger Mindener Fußballkreis könnten zum anderen aber auch bald deshalb der Vergangenheit angehören, weil im Westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verband (FLVW) die Bestrebungen zur Straffung der Verwaltungsstruktur in absehbarer Zukunft u. a. auch die Zusammenlegung der Kreise 23 Minden und 20 Lübbecke bringen dürften. Spätestens zum Verbandstag im Juni im Kreis Olpe wird man Klarheit bekommen.

In diesem Zusammenhang konnte sich Schütte einen Seitenhieb in Richtungs Verbands-Obere nicht verkneifen: „Statt an der Basis einzusparen, wo in der Regel Ehrenamtliche arbeiten, sollte man mal überlegen, ob in Kaiserau alle Ämter und Posten wie bisher besetzt sein müssen, zumal die Verwaltung den Großteil der Verbandsausgaben ausmacht.”

Die turnusmäßig alle drei Jahre in den Kreisen stattfindenden Versammlungen mit Wahlen, bei denen über die Besetzung der Ausschüsse und schließlich den Kreisvorstand entschieden wird, finden in diesem Frühjahr aber noch wie geplant statt. Die Leichtathleten haben ohnehin schon kurz vor dem Jahreswechsel getagt, der ordentliche Kreisjugendtag findet am Montag, 12. Februar, ab 19 Uhr in der Buschklause in Hartum statt, die Schiedsrichter tagen dort am Montag, 5. März, und der Kreistag selbst ist an gleicher Stelle für Montag, 16. April, terminiert. Für diesen signalisierte Schütte, dass er und seine Vorstandskollegen für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stehen würden: „Wenn ihr uns wieder haben wollt .\x0e\x0e.\x0e\x0e.” Der Wahl als Kreisvorsitzender stellen werde sich der Petershäger allerdings ein letztes Mal: „Für einen gemeinsamen Kreis Minden-Lübbecke stehe ich dann nicht mehr zur Verfügung. Das tu ich mir nicht an.” Schütte ist im übrigen jetzt bereits 15 Jahre im Amt. Sein Vorgänger Hubertus Kieslich hatte 17 Jahre lang den Mindener Kreis geführt.

15 Jahre im Amt

Veränderungen wird es beim Kreistag im April auf jeden Fall aber in der Kreisspruchkammer geben, denn Vorsitzender Werner Schöttker (Eisbergen) und Beisitzer Wilfried Schilling (Bad Oeynhausen) werden aus Gesundheits- und Altersgründen nicht weitermachen.

Zu Beginn der gut zweieinhalbstündigen Versammlung war der Kreisvorsitzende in seinem Rückblick auf die erste Halbserie auf die aktuellen Platzierungen der heimischen Herren- und Damen-Mannschaften in den höheren Spielklassen eingegangen und auf die Zwischenstände in den Kreisligen, in denen vor dem Neustart nach der Winterpause am 11. März nur wenige witterungsbedingt ausgefallene Spiele nachzuholen sind. Ein voller Erfolg war die Fahrt mit zwei Bussen zum Sponsor des Kreispokal-Wettbewerbs ins Sauerland, auch wenn ausgerechnet der unterlegene Pokalfinalist durch Abwesenheit glänzte: „Die haben uns schon zweimal im Stich gelassen, die lade ich nicht mehr ein.”

Die öffentliche Auslosung für den nächsten Wettbewerb wird Ende März in der Buschklause stattfinden. Das Endspiel wird aller Voraussicht nach am 3. Oktober beim FSC Eisbergen am Twiesbach steigen, so Pokalspielleiter Gerhard John.

40 Referees fehlen

Manfred Büsching als Obmann für den Freizeit- und Breitensport überreichte einigen Vereinen Urkunden für die in den letzten Monaten ausgetragenen Kreismeisterschaften in den Altherren-Altersklassen. Die Staffelleiter und Kreis-Jugendobmann Michael Grützkowski hatten keine Veranlassung, zum Mikrofon zu greifen.

Dieses ließ sich aber Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast nicht nehmen, der einmal mehr eindringlich darauf hinwies, dass im Kreis derzeit 40 Unparteiische fehlen und nur 16 der 39 Vereine das Soll erfüllen. Für den am 1. März in der Ratsklause in Meißen (19.30 Uhr) beginnenden nächsten Anwärter-Lehrgang lägen gerade einmal drei Meldungen vor. Quast nannte dann auch die Vereine, die hier vordringlich gefordert sind. Die Klubs, die über Referees verfügen, wüssten unterdessen, was sie an ihnen haben: „Der Schiedsrichter ist mehr wert geworden. Er wird von den Vereinen gepflegt, und es gibt kaum noch Abwerbungen”, so Quast.

In der nächsten Saison (der Rahmenspielplan sieht den 12. August als ersten Spieltag für die Senioren vor) sollen nun auch die Schiedsrichter-Ansetzungen im DFB-Net vorgenommen werden. Ob auch dann noch die Unparteiischen von den Vereinen schriftlich zu den jeweiligen Spielen eingeladen werden müssen, ist noch nicht geklärt. Vorerst bleibt aber alles beim alten, auch wenn sich in Hartum Vereinsvertreter hier eine Änderung wünschten und Internet und E-Mail aus der Kommunikation kaum noch wegzudenken sind.

31.1.2007 MI-SPORT.DE


Schiedsrichter-Obmann Udo Quast appellierte eindringlich an die Vereine, für mehr Unparteiische im Mindener Kreis zu sorgen.