Viel Diskussionsstoff bei Jugend-Arbeitstagung
Bei der Jugend E künftig nur noch Siebener-Mannschaften zugelassen / Talentförderprojekt des DFB bringt Stützpunkt in den Mindener Kreis
Kreis-Jugendobmann Manfred Büsching (rechts) gab in Hartum an die Vereinsvertreter die Rückrunden-Spielpläne und weitere wichtige Unterlagen aus.
Die zur kommenden Saison anstehende Umstrukturierung bei der Jugend E von Elfer- zu Siebener-Mannschaften sorgte für den meisten Diskussionsstoff bei der Arbeitstagung des Mindener Fußballkreises für den Nachwuchsbereich in der Hartumer "Buschklause".
Die Vereinsvertreter konnten zu diesem Punkt allerdings nur befürwortende oder ablehnende Meinungen austauschen. Denn zum 1. August ist diese - im Vorfeld auch bekanntgemachte - Maßnahme im westfälischen Fußballverband beschlossene Sache. Wie in den Verbänden Nordrhein und Niederrhein wird dann auch in Westfalen (also im gesammten Westdeutschen Fußballverband) bei den Zehn- und Neunjährigen ausschließlich mit Siebener-Mannschaften gespielt. In einer Handvoll Kreise (darunter auch Minden) wird in der laufenden Saison vorwiegend noch mit Elfer-Teams gespielt.
Die Verkleinerung der Mannschaften und auch des Spielfeldes (statt von Strafraum zu Strafraum wird künftig quer gespielt) geht letztlich auf Initiative des ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts zurück, der sich dadurch eine "Verbesserung der spielerischen und technischen Fähigkeiten" verspricht nach dem Motto: "Weg vom Dauerläufer und Leichtathleten hin zum Spieler und Techniker". Wissenschaftliche Studien sagen zudem viermal soviele Ballkontakte pro Spieler wie bisher voraus und weniger "Statisten" auf dem Feld.
Durch das zu erwartende Mehr an Mannschaften sehen viele Vereinsvertreter allerdings u. a. Betreuungsprobleme auf sich zu kommen. Diskutiert wurde zudem eine künftige Klasseneinteilung. Wahrscheinlich wird der Mindener Kreis nicht alle Buchstaben des Verbandsbeschlusses befolgen. Das Notieren von Ergebnissen und Führen von Tabellen ist nämlich künftig auch bei der Jugend E nicht mehr vorgesehen. Bei den Minikickern ("Spielerlebnis geht vor -ergebnis") wird im Kreis so verfahren, nicht so aber bei der Jugend F, bei der vom Verband ebenfalls keine Wertungen vorgesehen sind. Eine Stimme aus dem Plenum: "Fußball ist schließlich ein Wettkampfsport und keine Funsportart."
Netz enger spannen
Die Umstrukturierung den Vereinsvertretern erläutern sollte eigentlich Verbands-Sportwart Detlef Brüggemann. Doch war dieser ebenso verhindert wie Alexander Richter, einer der Stützpunkt-Verantwortlichen des westfälischen Verbandes FLVW. Dieser sollte in Hartum das erweiterte Talentförderprojekt des Deutschen Fußballbundes (DFB) vorstellen, das offiziell ab dem 1. August startet. Danch sollen im gesammten Bundesgebiet insgesamt 390 Stützpunkte eingerichtet werden für talentierte Spieler vorwiegend aus "kleineren Vereinen", einer auch im Fußballkreis Minden.
Pro Stützpunkt will der DFB jeweils drei qualifizierte Honorartrainer unter Vertrag nehmen, die mindestens Inhaber der Trainer-B-Lizenz sein sollen und ihr Engagement auch bisher schon der Talentförderung im Jugendfußball gewidmet haben. Für den heimischen Stützpunkt steht Lothar Sieveking fest und sollen die Auswahltrainer Heinz Zwingmann und Peter Alvermann noch hinzu kommen.
Die bisherigen Kreisauswahlen wird es dann in der derzeitigen Form nicht mehr geben. Gebildet werden sollen vielmehr Stützpunkt-Mannschaften U12/U13 und U14/U15, die einmal pro Monat gegen die Teams anderer Stützpunkte spielen. Trainiert werden soll ab dem Sommer montags in Barkhausen, eine Halle steht noch nicht fest. Durch dieses System will der DFB das Netz der Talentsichtung enger spannen.
Neben den Vereinsvertretern hatte Kreis-Jugendobmann Manfred Büsching in der "Buschklause" u. a. auch seinen Vorgänger und Ehren-Jugendobmann Volker Scholz sowie vom Kreisvorstand den Vorsitzenden Walter Schütte, Geschäftsführer Thomas Schickentanz und Staffelleiter Ralf Schlingmann begrüßen können.
Büsching ging in seinem Bericht noch einmal auf das Abschneiden der höherklassigen Jugendteams des Kreises ein und wies auf die erhöhten Strafen für Nichtantreten sowie die Änderungen bei der Senioren-Erklärung hin.
Markus Versick als Vorsitzender der Jugend-Kreisspruchkammer berichtete von nur sieben Verfahren im vergangenen Jahr, die alle inzwischen abgeschlossen seien. In anderen Kreises läge die Zahl weitaus höher.
Kreis-Jugendwart Hans-Werner Niedworok wies auf Übungsleiter-Lehrgänge und die für den Sommer in Eidinghausen geplante Fußball-Ferien-Freizeit des Kreises hin und beleuchtete außerdem das Abschneiden der Kreisauswahl-Mannschaften.
Kontakte zu Schulen
Ein weiteres Thema der Versammlung war die Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein. Volker Scholz, Vorsitzender des Schulfußball-Ausschusses des FLVW und Schulsportbeauftragter des Kreises Minden-Lübbecke, forderte die Vereine auf, verstärkt den Kontakt zu den über 160 Schulen im Kreis zu suchen und bot dabei seine Hilfe an. Fußball sei auch im Handball-Kreis Minden-Lübbecke die Nummer 1 an den Schulen. Nur seien die Lehrkräfte vielfach nicht in der Lage, den Wünschen ihrer Schützlinge gerecht zu werden.
20.2.2002 MI-SPORT.DE

