Zu wenige Schiris: Kreisliga C bleibt "ohne"
Potenzial im Fußballkreis reicht nicht mehr für generelle Ansetzungen
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Dass in den verteilten Spielplänen für die neue Saison Schiedsrichter-Ansetzungen für die beiden Kreisliga-C-Gruppen fehlten, war kein Versehen: „Es sind einfach nicht genug da, wir konnten keine mehr ansetzen.” Diese Erklärung Walter Schüttes bei der Arbeitstagung der Vereine des Mindener Fußballkreises in der Gaststätte „Lahder Krug” sorgte unter den Vereinsvertretern für den meisten Diskussionsstoff. |
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| Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast fehlen nicht erst seit gestern Unparteiische. | |
„Wir können die Kreisliga C nicht mehr generell besetzen, Wir haben rein rechnerisch nicht mehr genug Schiedsrichter. Es sind in den letzten Jahren von den Vereinen viel zu wenig Anwärter gemeldet worden, haben viel zu wenig an den Lehrgängen teilgenommen und sind von den Absolventen unter dem Strich viel zu wenig verblieben”, erläuterte der Kreisvorsitzende den Schritt, der in der Vergangenheit schön öfters angekündigt war und jetzt in die Tat umgesetzt werden musste.
In der Praxis wird das dann so aussehen: Der gastgebende Verein hat per Doppelkarte einen Schiedsrichter beim Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss anzufordern, und dieser entscheidet dann, ob das Spiel möglicherweise doch mit einem Unparteiischen besetzt werden kann. Entscheidungs-Kriterien hierfür könnten laut Schütte u. a. sein, wenn der anfordernde Verein sein Schiri-Soll er- oder sogar übererfüllt, erste Mannschaften beteiligt sind oder es die Tabellensituation erfordert.
Bei den Spielen der untersten Senioren-Klasse ohne Schiri-Ansetzung (oder wenn der angesetzte nicht erscheint) ist dann nach dem neuen Punkt 13 der Durchführungsbestimmungen des Mindener Kreises wie folgt zu verfahren: „... die Vereine bzw. Mannschaften sind dazu verpflichtet, sich auf einen Spielleiter zu einigen. Bei der Auswahl des Spielleiters gilt die folgende Reihenfolge: 1. neutraler Spielleiter, 2. Spielleiter vom Gastverein, 3. Spielleiter vom Heimverein. Fällt in der Kreisliga C ein Meisterschaftsspiel aus, weil sich die beteiligten Vereine bzw. Mannschaften nicht auf einen Spielleiter einigen bzw. kein Spielleiter gefunden wird, wird das betreffende Spiel für beide Mannschaften verloren gewertet.”
Spieler müssen merken, dass es so nicht weitergeht
42 Unparteiische fehlen im Kreis / SVBH und Oberbecksen besonders gefordert / Entscheidungsspiel in der Kreisliga B
Die anhaltende Misere im Schiedsrichterwesen war das die Arbeitstagung der Vereine des Mindener Fußballkreises bestimmende Thema. „Wir sind genau da, wo wir nicht hinwollten. Wir sind es aber leider nicht als einziger Kreis im Verband, bei dem wir uns entsprechend abgesichert haben”, erläuterte Kreisvorsitzender Walter Schütte die Maßnahme, für die Kreisliga C als unterste Seniorenklasse nicht mehr generelle Schiedsrichter-Ansetzungen vorzunehmen.
„Immer mehr wollen spielen, aber keiner Schiedsrichter werden. Die Spieler müssen endlich merken, dass es so nicht weitergeht”, hofft Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast auf Signale in die richtige Richtung vorwiegend aus den Reihen der Betroffenen. Nur sieben der 40 am Spielbetrieb beteiligten Vereine stellen mehr Unparteiische, als sie nach der Zahl ihrer Mannschaften müssten, acht Klubs erfüllen das Soll zu genau 100 Prozent, aber allen weiteren fehlen bis zu fünf Schiedsrichter. Um acht auf inzwischen nur noch 99 ist die Zahl der im Kreis vorhandenen Referees gefallen, die nach den Mannschaftsmeldungen eigentlich 134 betragen müsste. Zählt man die sieben „Soll-Über-Erfüller” hinzu, fehlen eigentlich 42 Schiris. Statt „normal” 15 Spielen pro Saison haben die vorhandenen Unparteiischen durchschnittlich etwa 24 Spiele geleitet. „Einer kommt sogar auf 51”, wusste Quast zu berichten.
Nur fünf Meldungen
Gelegenheit, die Situation zu verbessern, haben die Vereine schon zum Ende des Monats hin mit dem am 31. August um 19.30 Uhr in der Ratsklause in Meißen beginnenden neuen Anwärter-Lehrgang. Für die bis Ende September wieder im Schulzentrum Hüllhorst laufenden Lehrgangs-Einheiten liegen bislang aber nur fünf Meldungen vor. „Wenn bis Oktober 20 neue Schiedsrichter hinzukommen, können wir darüber nachdenken”, ließ Schütte durchblicken, dass die getroffene Maßnahme nicht endgültig sein muss.
In der höchsten Stufe des Drei-Stufen-Planes befinden sich derzeit im Übrigen zwei Vereine: SC Oberbecksen, der schon seit Jahren keinen einzigen Schiri stellt, droht nunmehr der Ausschluss seiner Kreisliga-C-Mannschaft zum Saisonende, und SV Bölhorst-Häverstädt müsste dann aus der A-Liga absteigen, wenn man bis dahin nicht aktiv wird. Zehn weitere Klubs in der Stufe 2 (Erfüllung des Solls zu weniger als 60 Prozent) dürfen derzeit keine Turniere und Sportfeste ausrichten.
Eingangs der gut dreistündigen Versammlung im Saal „Schlechte” in Lahde (die Hartumer „Buschklause” stand wegen Betriebsferien diesmal nicht zur Verfügung) war Schütte auf die gerade drei Wochen zurückliegende Weltmeisterschaft im eigenen Land eingegangen, bei der er das Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden” bei vier Spielen in Dortmund vollständig umgesetzt sah: „Ich hoffe, dass von der freundschaftlichen Atmosphäre ein bisschen herübergerettet wird in unsere Spiele.”
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| Nach der Ehrung der Meister (von links): Wilfried Fromme (TuS Porta), Kurt Schiermeyer (TuS Oeynhausen II), Ulrich Faymann (TuS Wasserstraße II), Wilhelm Darlath (VfB Gorspen-Vahlsen) und Karl Eickmeier (SV Bölhorst-Häverstädt). |
In seinem Rückblick beleuchtete Schütte zunächst des Abschneiden der höherklassigen Kreisvertreter, von FC Oeynhausen (Abstieg aus der Verbandsliga nach nur einem Jahr), der Landesligisten RW Maaslingen (Platz 4), Union Minden (Rang 5) und FT Dützen (Klassenerhalt am letzten Spieltag und Torjäger-Kanone für Sascha Schumann) sowie der Bezirksligisten TuS Petershagen-Ovenstädt (4.), SV Hausberge (5.), SV Eidinghausen-Weste (Platz 11 nach starker erster Halbserie) und TuS Bad Oeynhausen (Rückzug nach der Hinrunde). Die stärksten heimischen Frauen-Mannschaften stellten zuletzt RW Rehme (7.) und TuS Victoria Dehme (11.) in der Bezirksliga, aus der SV Weser Leteln (13.) nach vielen Jahren absteigen musste. Dafür rückte TuS Wasserstraße auf als Meister der Kreisliga, die mit SV Kutenhausen-Todtenhausen und Union Minden als Zweite und Dritte fest in heimischer Hand war. Die Ehrung der Meister der Kreisliga-Gruppen nahmen anschließend die Staffelleiter vor für VfB Gors\-pen-Vahlsen (Kreisliga A), SV Bölhorst-Häverstädt (Kreisliga B Nord), TuS Porta Westfalica (Kreisliga B Süd), TuS Bad Oeynhausen II (Kreisliga C 1) und TuS Wasserstraße II (Kreisliga C 2). Wegen Verzichts auf Aufstieg waren diesmal keine Entscheidungsspiele notwendig.
Notfalls 17 Teams
Dieses ist aber in der kommenden Saison in der Kreisliga B nach dem Rückzug von FC Holtrup II vorgesehen zwischen den Vorletzten der beiden Gruppen, aus denen jeweils der Letzte direkt absteigt. Ergänzt wurde die Auf- und Abstiegsregelung durch den ungünstigsten Fall von gleich vier Mindener Absteigern aus der diesmal mit 17 Mannschaften spielenden Bezirksliga: Auch dann werden nicht mehr als vier Teams runter in die Kreisliga B müssen, und das Oberhaus spielt in der Saison darauf mit 17 Mannschaften.
Möglichkeiten zur Passvorlage werden am 8. August ab 18 Uhr in den Sportheimen Petershagen und Hausberge geboten. Vor der neuen Saison erfolgen diesmal noch generelle Abnahmen der Plätze in den Städten Minden, Petershagen, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen (Abmaße, Sicherheit, Umkleiden).
Breitensport-Obmann Manfred Büsching zeichnete die Meister im Altherren-Bereich aus und gab den 25. September (19 Uhr im Kaisersaal in Minden) als Termin der nächsten AH-Arbeitstagung bekannt. Für Auflockerung des Abends sorgte Michael Grützkowski als Problemlotse des Kreises mit Lichtbildern von einem Seminar unter dem Motto „respect - Fußballer für Toleranz und gegenseitige Achtung”, bei dem er in der britischen Botschaft in Berlin den Verband vertrat.
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| TuS Kleinenbremens Fußball-Spartenleiter Eckhard Starnitzke (links) konnte aus den Händen von Walter Schütte den Fairnesspokal entgegennehmen. |
Fairnesspokal nach Kleinenbremen
Portaner Vereine kassieren schon seit Jahren die wenigsten Strafen
In Porta Westfalica wird offenbar der fairste Fußball gespielt, denn schon seit Jahren geht der Fairnesspokal des Mindener Fußballkreises an Vereine rund um die „Westfälische Pforte”.
War in den beiden Spielzeiten zuvor jeweils der FSC Eisbergen derjenige Verein, der für seine Senioren- und Altherren-Mannschaften die wenigsten Strafen hinnehmen musste, so ging für die zurückliegende Saison 2005/2006 die Trophäe an den TuS Kleinenbremen, dessen Fußball-Obmann Eckhard Starnitzke diese bei der Arbeitstagung in Lahde aus den Händen von Walter Schütte entgegennehmen konnte. Und in den Jahren zuvor freuten sich mit SuS DE Costedt, zweimal TuS Barkhausen und der FC BW Holtrup weitere Vereine aus Porta Westfalica über den Pokal.
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Mit der TSG Neuenknick und SV Päpinghausen-Cammer waren in der vergangenen Spielzeit neben den Kleinenbremern noch zwei weitere der insgesamt 40 Vereine ohne jede Rote Karte und Sperrwochen geblieben, sodass über die Reihenfolge auf den ersten Plätzen die Gelb-Roten Karten (geteilt durch die Anzahl der Mannschaften) den Ausschlag gaben. FSC Eisbergen als letztjähriger Gewinner des Fairnesspokales erhielt zur Erinnerung eine kleinere Trophäe, die im Besitz des Vereins bleibt und von Thomas Schlüter (Foto) entgegen genommen wurde. Bereits seit der Saison 1973/74 wird dieser ständige Wanderpokal im Übrigen vergeben. Erster Gewinner war damals der VfB Gorspen-Vahlsen. |
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| 2.8.2006 MI-SPORT.DE | |

