Fußballkreis sucht Weg aus der Schiri-Misere

Gut 40 Unparteiische fehlen / "Müssen Spieler wachrütteln"
Arbeitskreis gebildet / Nächster Lehrgang im März


"Der Spaß ist vorbei, so wird das nicht mehr weiterlaufen. Wenn sich nicht grundlegend etwas ändert, wird das Konsequenzen haben, werden wir zum Beispiel den Spielbetrieb in Teilen einstellen müssen."

Vorsitzender Walter Schütte und seine Kollegen vom Vorstand des Mindener Fußballkreises sind es leid, immer wieder fruchtlose Appelle an die Vereine zu richten, ihrer Pflicht nachzukommen und in ausreichender Zahl Schiedsrichter zu stellen. Deutlich unter die 100er-Marke ist deren Zahl inzwischen gesunken, und 136 müssten die Klubs nach Zahl der Mannschaften und Klassenzugehörigkeit eigentlich stellen.

Direkter Draht fehlt

Wenig gebracht hat es, in den letzten Jahren bei den Arbeitstagungen der Vereine immer wieder auf die Problematik hinzuweisen. "Es sind fast immer die gleichen Vereinsvertreter da, denen zumeist der direkte Draht zu den Spielern fehlt", erläuterten Schütte und seine Kollegen,

Schiedsrichter-Obmann Udo Quast und Geschäftsführer Thomas Schickentanz, die Problematik und wollen nun neue Wege versuchen: "Wir müssen insbesondere die Spieler sensibilisieren und wachrütteln, damit sie merken was los ist." Denn gerade hier dürfte es noch unausgeschöpftes Potential geben: "In der Kreisliga C gibt es Mannschaften, die haben in der ersten Halbserie schon mehr als 30 Spieler eingesetzt . . ."

Mit dem Problem intensiv auseinander setzen wird sich auch ein auf Initiative von Karl Eickmeier (SV Bölhorst-Häverstädt) gebildeter Arbeitskreis, der am Mittwoch, 8. Januar, um 19 Uhr in der Ratsklause in Meißen wieder zusammen kommt. Zu diesem nächsten Treffen wurden aus den Kreisvereinen insbesondere Personen eingeladen, die enge Kontakte zu den Spielern haben.

Dass der Bestand an Unparteiischen - im Übrigen auch deutschlandweit - in den letzten Jahren drastisch gesunken ist, liegt nach Meinung der Kreisvorstands-Vertreter zu einem Großteil auch daran, dass man ihnen im Gegensatz zu Spielern keinen Fehler verzeihe und an ihnen Unmut und Frust ablasse. "Es ist eine Katastrophe, wie auf manchen Plätzen mit den Schiedsrichtern umgesprungen wird", ärgern sich Schütte, Quast und Schickentanz über das Verhalten von Zuschauern, Vereinsfunktionären, Trainern, Betreuern und Spielern: "Der Schiedsrichter pfeift nach bestem Wissen und Gewissen, ist aber auch nur ein Mensch, und Menschen machen Fehler." Hier sei ein Umdenken gefordert und bei Spielern oftmals mehr Fähigkeit zu Selbstkritik.

Taten sind gefragt

Gut 90 Aktive stehen Udo Quast derzeit nur zur Verfügung, und da pro Wochenende mehr als 60 benötigt werden, bleibt es für die meisten nicht bei den eigentlich zwei pro Monat vorgesehenen Spielen. Taten, sprich zahlreiche Meldungen von Anwärtern für die nächsten Lehrgänge, erwartet der Kreisvorstand aus den Vereinen bis zur Arbeitstagung am 27. Januar in der Hartumer Buschklause (19 Uhr). Die Meldung ganzer Mannschaften ("man kann nicht nur einmal pro Jahr pfeifen, dann fehlt die Praxis") oder so genannte "Thekenmeldungen" ("die haben in den letzten Jahren das Niveau in den Keller gebracht") sind aber nicht erwünscht. Beim nächsten Lehrgang im März (Einweisung am 23. Februar ab 9 Uhr in der Ratsklause Meißen) bietet der Kreis Lehrgangsstunden und Prüfung in Hüllhorst im Übrigen erstmals sonntagvormittags an.


27.12.2002 MI-SPORT.DE