Deutsche Frauen feiern den EM-Titel

Nach Erfolg über Russland erstmals auf Europas Thron / Männer Vierte nach Halbfinal-Niederlage gegen Ungarn
Riesenerfolg für die deutschen Beachhandballerinnen: Bei den Europameisterschaften am Strand von Cuxhaven holte sich die Mannschaft um Andrea Leiding erstmals den Titel.
„Wir haben Lob und Anerkennung von allen Seiten bekommen. Und man hat uns bestätigt, dass wir völlig verdient gewonnen haben”, war die Bundestrainerin aus Hille überglücklich nach dem Finale, das die deutschen Frauen gegen die Mannschaft aus Russland mit 2:0 gewannen.
„Ich hatte meinen Mädchen gesagt, dass sie mit dem Einzug ins Endspiel ihr Ziel bereits erreicht haben”, hatte Leiding ihrer Mannschaft mit ins Finale gegeben und sah dann ein Team, das vor mehr als 2000 Zuschauern auf dem ausverkauften Center-Court den amtierenden Welt- und Europameister mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und Dank einer starken Abwehr letztlich souverän niederrang. Die erste Halbzeit hätte auch klarer als mit 16:14 an das DHB-Team gehen können, das die stärkste Spielerin des Gegners konsequent ausschaltete, so dass die Russinnen kopflos agierten. Und nach einem deutlichen 25:16 in der zweiten Halbzeit kannte der Jubel dann keine Grenzen mehr.
Großen Anteil am Titelgewinn hatte auch Angelika Brormann (Eintracht Oberlübbe) mit einer soliden Leistung. Zur besten Spielerin des Turnieres wurde mit Janine Hetzer aus Berlin zudem eine deutsche Handballerin gewählt.
Nach Platz 3 bei der letzten Europameisterschaft in der Türkei hätten die deutschen Frauen auch in Cuxhaven fast mit dem „kleinen Finale” vorlieb nehmen müssen: Das Halbfinale gegen Kroatien wurde nämlich erst im Penalty-Werfen mit 5:3 gewonnen. Der amtierende Vize-Europameister, den man in der Vorrunde noch 2:0 geschlagen hatte, war in der Vorschlussrunde der erwartet starke Gegner, und so musste nach zu vielen Fehlversuchen die erste Halbzeit mit 10:11 abgegeben werden, ehe nach einer souveränen Leistung der zweite Durchgang mit sechs Toren an die Deutschen ging. Zuvor im Viertelfinale beim klaren 2:0 gegen Bulgarien hatte das DHB-Team keine Probleme.
Zuviel verworfen
Für die deutschen Männer endeten die Europameisterschaften in Cuxhaven unterdessen mit „Blech” und Rang 4 nach einer Niederlage im „kleinen Finale” gegen die Türkei. „Wir haben super gespielt, aber schlecht geworfen”, fasste Torhüter Kai Bierbaum (TSV Hahlen) das Abschneiden zusammen, nach dem zunächst zwar die Enttäuschung überwog, mit dem man letztlich aber zufrieden sein konnte. Mit der Weltmeisterschaft vom 13. bis 20. November in Brasilien, für die man sich gleichzeitig qualiziert hat, hat die Auswahl mit außerdem Markus Südmeier (Lit Nordhemmern/Mindenerwald), Ex-GWD-Spieler Frank Carstens und Trainer Carsten Dietrich (Ex-Hahler) aber schon ein neues Ziel vor Augen.
Nach dem geschafften Viertelfinal-Einzug musste man gleich dreimal ins Penalty-Werfen. Zunächst lieferte man sich mit den Russen einen Krimi, der wohl das beste Spiel des ganzen Turnieres war. Nach einem 16:15 und 18:19 in den beiden Halbzeiten behielt man mit 6:3 die Oberhand. „Im Halbfinale gegen Ungarn haben wir ohne Emotion gespielt und in der ersten Halbzeit alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte”, war Bierbaum enttäuscht. Zwar beherrschte man den Gegner im zweiten Durchgang dann klar, verwarf anschließend aber zwei Versuche vom Punkt.
So blieb nur das Spiel um Platz 3, in dem die Deutschen gegen die Türkei zu viele Chancen ausließen und nach einem 19:20 und einer mit acht Toren gewonnenen zweiten Halbzeit im Penalty-Werfen gleich dreimal versagten.
17.7.2006 MI-SPORT.DE

