Dennis Rostek Deutscher Meister
Der Portaner Motorsportler Dennis Rostek ist im Jahr 2000 erfolgreich in die Fußstapfen seines Vaters Jürgen und seiner Onkel Erich und Herbert getreten: Der 26-Jährige sicherte sich vorzeitig den Meistertitel in der Deutschen Tourenwagen Challenge Lite.
Nach sieben der acht Läufe dieser Rennserie war Rostek in der Gesamtwertung nicht mehr von Platz 1 zu verdrängen. Dabei ist die Punktevergabe (50, 45, 40, 36, 32, 28 usw.) extra so ausgelegt, damit bis zum letzten Lauf die Spannung erhalten bleibt. Nach einem Sieg, fünf zweiten Plätzen und einmal Rang 3 kam der Portaner auf 315 von 350 möglichen Punkten und lag uneinholbar vor dem Koblenzer Andreas Klinge (259), Frank Totz (235) aus Brakel und Detlef Linke (209) aus Domersleben. Diese konnten sich unter den insgesamt gut ein Dutzend Fahrern beim Saisonfinale am 30. September in Oschersleben nur noch um die Vizemeisterschaft streiten.
Dort begann im Frühjahr auch die Rennserie, wobei Dennis Rostek Zweiter wurde. Beim Siegerland-Rennen lag Rostek dann ganz vorn und ließ in Zandvoort, auf der Nürburgring-Nordschleife, dem Salzburgring und dem Nürburgring- Grand-Prix-Kurs jeweils wieder zweite Plätze folgen. Auf dem Hockenheimring wurde er Dritter. Mit Rostek, Klinge, Totz und Sandro De Luca aus Kaufbeuren teilten sich bis dahin vier Fahrer die sieben Siege.
"Es hat sich bezahlt gemacht, auf Ankommen und Punktesammeln zu fahren und dauerhaft unter den ersten Drei zu sein. Das Punktesystem verzeiht nämlich keinen Ausfall", freut sich der Portaner über die gelungene Taktik, die ihm den Titelgewinn einbrachte.
Reifen-Tests kosten sehr viel Zeit
Die "Lite-Version" der Deutschen Tourenwagen Challenge (DTC) wird im Rahmen der Rennen ihres "großen Bruders" ausgetragen. Auch werden dabei die Fahrzeuge genutzt, die ehemals in der DTC zum Einsatz gekommen sind und heute den technischen Anforderungen dieser Klasse nicht mehr entsprechen. Dennis Rostek ist in der DTC Lite mit einem 1997 gebauten Opel Calibra unterwegs, der mit einem Fünf- Gang-Getriebe ausgestattet ist und etwa 205 PS auf die Straße bringt. Gegenüber den Serienfahrzeugen dürfen zwar Veränderungen am Fahrwerk vorgenommen werden, ins Rennen gegangen wird aber mit Einheitsreifen für alle Teams. Rostek: "Die Reifen muss man verstehen. Das heißt Testen, Testen und nochmal Testen und kostet viel Zeit, etwa 25 Tage im Jahr." Die Rennen selbst dauern wegen der Übertragung im Fernsehen nur zweimal 15 Minuten, zwei maßgerechte Happen für die Zuschauer zwischen den Werbeblöcken. Bei etwa 200 km/h Höchstgeschwindigkeit beträgt die Renndistanz in der Regel insgesamt knapp 70 Kilometer. Die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit wird mit 147 km/h auf dem Salzburgring erreicht.
Die Karrosserie des Opel Calibra, mit dem Rostek unterwegs ist, wurde im übrigen schon im Vorjahr Meister in der DTC Lite, damals gefahren von Tim Hall, der jetzt wieder in seiner Heimat USA Rennen fährt.
Erste Erfolge als 13-Jähriger im Kart
Dennis Rostek, der als Kaufmännischer Angestellter im Kfz- Betrieb seines Vaters Jürgen arbeitet, erntete erste motorsportliche Erfolge im Kart-Sport, den er ab dem 13. Lebensjahr für drei Jahre ausübte. 1988 erreichte er sogar den Bundesendlauf, schied durch ein Unfall im Finale aber aus. Vor sechs Jahren kehrte Rostek dann auf die Piste zurück und fuhr vier Jahre im Langstreckenpokal; 1995 wurde der Veltheimer hier bei beiden Junioren immerhin Dritter. Im Jahr 1999 bestritt er auf eigene Faust dann Rennen in der DTC Lite, ehe nach drei Rennen jedoch das Budget erschöpft war. Im Jahr 2000 hat er nun im Team der Firma Eigner-Racing Berlin eine professionelle und auch familiäre Athmosphäre vorgefunden. Drei Angestellte kümmern sich hier intensiv um zwei Rennautos. Rostek möchte auch 2001 für dieses Team fahren, vielleicht aber in einer anderen Serie.

