Vorsitzender Karl-Heinz „Kalle” König (rechts) und Pressewart Günter Prange hoffen auf möglichst viele Punkte. für das Neuenknicker Team.  Rene Schäfer (rote Helmfarbe) fährt auch in der kommenden Saison wieder für die Bundesliga-Mannschaft des SC Neuenknick. 

Speedway-Asse eröffnen in Neuenknick Saison

Titelaspiranten Diedenbergen und Brokstedt neben Aufsteiger Wolfslake Gegner des SCN zum Start der 1. Bundesliga

Speedway - Ostern - Neuenknick: Schon fast traditionell steigt am Ostersonntag im Lindenau-Stadion das Heimrennen der Petershäger Schleifschuh-Artisten in der höchsten deutschen Speedway-Klasse.

Wie vor Jahresfrist wird mit diesem Renntag des SC Neuenknick gleichzeitig die Saison in der 1. Bundesliga eröffnet, sodass nach der Pause über den Winter die Motorsportfans richtig heiß sein dürften auf den Geruch von Methanol, den Treibstoff für die 500-ccm-Einzylinder-Viertaktmotoren, und die Kurvenkünste der Piloten auf ihren Motorrädern, die über kein Getriebe, keine Bremsen und nur einen Gang verfügen. Heiße Heats dürfen sie in Neuenknick erwarten, die kaum länger als 60 Sekunden dauernden vier Runden langen Rad-an-Rad-Kämpfe zwischen vier Fahrern, die auf dem knapp 400 Meter langen Oval Durchschnittsgeschwindigkeiten von fast 90 km/h erreichen. Zumal bei diesem ersten Liga-Auftritt im neuen Jahr sich jeder Fahrer am besten in Szene setzen will.

Bis 2001 noch Superliga genannt, hat es in dieser 1. Bundesliga zur neuen Saison neben personellen auch wieder organisatorische Veränderungen gegeben. Fuhren im letzten Jahr acht Mannschaften zunächst in zwei Vorrundengruppen und anschließend Gruppensieger und -zweite in einem Finale um den deutschen Mannschafts-Meister-Titel, so sind es diesmal sieben Teams, die zunächst jeweils ein Heimrennen mit drei weiteren Mannschaften als Gegner ausrichten. Nach diesem Modus hat sich dann jede Mannschaft zweimal mit jeder anderen auseinandergesetzt. Die vier punktbesten bestreiten dann abschließend das Finale (wahrscheinlich am 3. Oktober).

Die Termine

16. April
: SC Neuenknick gegen Diedenbergen, Wolfslake und Brokstedt.
22. April: MC Bergring Teterow gegen Stralsund, Neuenknick und Wolfslake.
1. Mai: MSC Brokstedt gegen Olching, Teterow und Neuenknick.
14. Mai: MSC Diedenbergen gegen Teterow, Brokstedt und Stralsund.
25. Mai: ST Berlin Wolfslake gegen Brokstedt, Olching und Diedenbergen.
17. Juni: MC Nordstern Stralsund gegen Neuenknick, Diedenbergen und Olching.
23. Juli: MSC Olching gegen Wolfslake, Stralsund und Teterow.

Innerhalb von nur zwei Wochen bestreiten die Neuenknicker also drei ihrer vier Rennen, ehe sie am 17. Juni in Stralsund zum vierten Mal auf die Räder steigen. Ob sie das auch noch ein fünftes Mal tun können, also unter den vier punktbesten des Finales sein werden, diese Frage konnte SCN-Pressewart Günter Prange nicht beantworten. Man habe jedenfalls eine Mannschaft beisammen, die den Kontrahenten Paroli bieten kann, wenn man nicht wieder von verletzungsbedingten Ausfällen heimgesucht wird wie in der letzten Saison, als man dann über den vierten und letzten Gruppenplatz hinter Brokstedt, Diedenbergen und Olching nicht hinaus kam.

Von den Namen der Fahrer her schätze Prange Diedenbergen und Brokstedt im Siebenerfeld als stärkste Teams ein. Und dieses sind dann auch am Ostersonntag in Neuenknick zu Gast, was sich vielleicht auf die in den letzten Jahren wieder kontinuierlich gestiegene Zuschauerzahl auswirken und diese über die 1000er-Marke treiben könnte, sodass der „Hexenkessel” seinem Namen alle Ehre machen könnte.

Der amtierende Deutsche Meister will aus dem Frankfurter Raum anreisen mit dem Polen Robert Miskowiac, Tobi Kroner, Thomas Stange, dem Tschechen Ales Dryml Rene Deddens als Junior. Einen solchen muss jede Mannschaft aufbieten, darf aber nur noch zwei Ausländer einsetzen gegenüber vier im Vorjahr.

Die Schleswig-Holsteiner vom MSC Brokstedt, im letztjährigen Finale Dritter hinter dem MC Bergring Teterow, haben sich angesagt mit Matthias „Matten” Kröger, dem Dänen Charlie Gjedde, dem Finnen Joonas Kylmäkorpi, Stephan Katt und Junior Ramon Stanek.

Dritter SCN-Gegner ist das Speedway-Team Wolfslake als Rückkehrer in die Erstklassigkeit und letztjähriger Zweiter des Finals der 2. Bundesliga hinter MSC Diedenbergen II. Die Berliner wollen mit den beiden Polen Marcin Sekula und Gregorz Klopot, dem Litauer Kjastas Puodzuks, Michael Diener und Erik Pudel nach Neuenknick kommen.

„Hexen” wollen zaubern

Bleiben noch die Neuenknicker „Hexen”, die mit den beiden Polen Rafal Okoniewski und Lukas Jankowski sowie den Nachwuchs\-assen Rene Schäfer, Kevin Wölbert (beide fahren auch in der starken polnischen Liga), Tobias Genz oder Mathias „Matze” Bartz im Heimrennen punkten und Spitzensport abliefern wollen.

Zum ersten der 20 Heats der 1. Liga schnellt das Startband um 14 Uhr hoch, das Training läuft ab 12 Uhr. Bereits am Vormittag ab 10 Uhr (Training ab 9 Uhr) bestreiten in Neuenknick die Junioren einen Lauf zur Deutschen Meisterschaft, wobei u. a. auch Bundesliga-Fahrer wie Sönke Petersen (Brokstedt), Kroner (Diedenbergen), Wölbert oder Genz (beide SCN) starten. Im Rahmenprogramm des Nachmittags fahren B-Lizenz-Solisten mit u. a. Driftern des Neuenknicker Zweitliga-Teams und die Schüler.

Das SCN-Team in der Gruppe Nord der 2. Bundesliga, gebildet von Patrick Döllmann, Dennis Möller aus Heide und dem Portaner Dominik Möller sowie Erstliga-Fahrern, geht die neue Saison am 23. April in Wolfslake an und betreitet sein Heimrennen am 18. Juni. Dritte Veranstaltung dieses jahres im Lindenau-Stadion ist am 19./20. August die Deutsche Schüler-Meisterschaft.

7.4.2006 MI-SPORT.DE