Günnewich: Gemeinsam nach vorn blicken

Der auf zwei Positionen veränderte Vorstand von Union Minden: Lore Voigt, Präsident Reinhard Korte, Norbert Günnewich und Günter Brummund (sitzend von links) sowie Gabi Braungarten, Peter Braungarten, Bernd Müller, Heinz Stade, Thorsten Schwier und Heinz Albersmeier. In Abwesenheit gewählt wurden Anton Jakob und Dieter Wiegmann.


Zwei Veränderungen im Vorstand

Dem am 27. Juni letzten Jahres gewählten Vorstand von Union Minden hat die Vergangenheitsbewältigung mehr zu schaffen gemacht als ihm lieb war. Das wurde bei der ordentlichen Jahreshauptversammlung im „Kaisersaal“ deutlich.

„Wir haben in den letzten acht Monaten nicht viel mehr getan als Müll weggeräumt“, bekannte Geschäftsführer Günter Brummund in seinem Bericht. Auch 1. Vorsitzender Norbert Günnewich wandte sich eingangs scharf gegen die „Miesmacher, Giftstreuer und Stimmungsmacher, die mit ihren Unwahrheiten und Verleumdungen in Bäckerstraßen-Gesprächen dem Ansehen des Vereins schaden. Sachliche, faire und offene Kritik hingegen ist jederzeit willkommen.“

Hätte man sich nicht immer wieder mit solchen Problemen herumschlagen müssen, wäre auch sportlich vieles besser gelaufen, meinte Günnewich. „Wir werden zur neuen Saison eine schlagkräftige erste Mannschaft haben. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt sind die Planungen so gut wie abgeschlossen“, blickte der Vorsitzende voraus und bekräftigte noch einmal, dass man weiter für einen starken Unterbau sorgen und die Nachwuchsarbeit weiter vorantreiben wolle. So habe man für die nächste Saison mit Hermann Gotthelf einen bekannten Trainer für die B-Jugend finden können und werde zudem noch in diesem Monat einen neuen Jugend-Koordinator präsentieren. Außerdem gab Günnewich bekannt, dass der „Kaisersaal“ nun neues Vereinslokal von Union Minden sei. Entgegen anders lautender Gerüchte seien ausländische Mitbürger im Verein jederzeit willkommen.

60 Tonnen Sand

Geschäftsführer Günter Brummund berichtete von Gesprächen mit Mannschaften, Trainern und Betreuern. Mit 60 Tonnen Sand habe man den Platz am Mittelweg hergerichtet, damit dort trainiert werden kann. Brummung verlas auch den Kassenbericht für den dienstlich verhinderten Schatzmeister Anton Jakob. Von der Verlesung der 61 Neuaufnahmen im vergangenen Jahr wurde unterdessen abgesehen.

Fußball-Abteilungsleiter Reiner Flessner würdigte u. a. die Frauen-Mannschaft, die mit Platz 1 in der Kreisliga besser dasteht als alle anderen Teams. Auch die „Dritte“ habe noch Aufstiegschancen.
Von zahlreichen Aktivitäten ihrer Gruppen berichtete Lore Voigt als Leiterin der Breitensport-Abteilung, die zudem eine neue Übungsleiterin gewinnen konnte. Es fehlen aber weitere wie auch Hallenzeiten. Demnächst werde man eine weitere Mutter-Kind-Gruppe und eine Walking-Gruppe aufmachen.
Während A- und B-Jugend um den Klassenerhalt kämpfen, stehen die übrigen Nachwuchsteams einschließlich der zur Rückrunde in die Bezirksliga aufgerückten Mädchen laut Jugend-Obmann Peter Braungarten deutlich besser da. Das Weserspucker-Junior-Turnier war ein voller Erfolg. Zur nächsten Saison werde sich die Zahl der Mannschaften wahrscheinlich auf 13 erhöhen.

Neue Satzung

Ohne Gegenstimme wurde bei fünf Enthaltungen der anwesenden 59 stimmberechtigten Mitglieder dem Vorstand Entlastung erteilt und nach ausgiebiger Diskussion ebenfalls ohne Gegenstimme bei zwei Enthaltungen eine neue Satzung verabschiedet, die die tägliche Arbeit erleichtern soll. Sie enthält u. a. folgende Veränderungen: Unterscheidung zwischen Gesamtvorstand und geschäftsführendem Vorstand, der Präsident (kein Vorstandsmitglied, sondern Repräsentant) wird vom Vorstand berufen und von der Mitgliederversammlung bestätigt, über Neuaufnahmen entscheidet der geschäftsführende Vorstand, juristische Personen (z. B. Firmen) können förderndes Mitglied werden.

Zudem werden in der neuen Satzung nicht mehr die Union 2000 GbR und das Sportheim am Schwichowwall erwähnt. „Das Sportheim müssen wir abhaken“, fasste Brummund die Situation zusammen. Der vor zehn Jahren bei der Fusion von MSV 05, SC Minden und VfL Minden gewählte Vorstand mit Uwe Gerdes, Adolf Kanehl und Johnny Wagner an der Spitze habe damals grundbuchrechtliche Schritte versäumt und das VfL-Heim nicht in das Eigentum des Fusionsklubs überführt. Es ist demnach weiter im Besitz des VfL Minden, der vor wenigen Monaten seine Aktivitäten wiederbelebt hat.

Problemlos gingen die Wahlen vonstatten. Hierbei schenkten die Mitglieder fast durchweg den seit Juni letzten Jahres tätigen Personen für nun zwei weitere Jahre erneut das Vertrauen, zumeist ohne Gegenstimmen und bei nur wenigen Enthaltungen: 1, Vorsitzender Norbert Günnewich, erster Stellvertreter Heinz Stade, Geschäftsführer Günter Brummund, 2. Geschäftsführer Bernd Müller, Schatzmeister Anton Jakob, 2. Schatzmeister Dieter Wiegmann, Schriftführerin Gabi Braungarten, Abteilungsleiter Fußball Reiner Flessner und Abteilungsleiterin Breitensport Lore Voigt. Neuer zweiter stellvertretender Vorsitzender ist der vom Vorstand vorgeschlagene Thorsten Schwier. In die neu geschaffene Funktion eines Geschäftsführers/Sport-Koordinator gewählt wurde Heinz Albersmeier. „Wir wollen jetzt nicht mehr in der Vergangenheit karren, sondern gemeinsam nach vorn blicken, denn wir haben einiges vor“, gab Vorsitzender Günnewich nach den Vorstandswahlen die Marschroute vor.

Ältestenrat gebildet

Die neue Satzung sieht jetzt auch einen drei- bis fünfköpfigen Ältestenrat vor, in den die Versammlung Horst Südmeier, Günter Möbius, Horst Lenz, Werner Kuhlmann und Manfred Rösener wählte. Gewählt wurden zudem neue Kassenprüfer, bestätigt der Jugendvorstand um Peter Braungarten. Außerdem stimmte die Versammlung einem schriftlichen Antrag von Schatzmeister Anton Jakob zu, nach dem die auf Euro umgerechneten Mitgliedsbeiträge aufgerundet wurden.

Kontrovers diskutiert wurde unter Punkt Verschiedenes dann noch über die Union 2000 GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), die auch aus finanzrechtichen Gründen vor sechs Jahren gegründet worden war mit dem Ziel, den Spielbetrieb der ersten Mannschaft sicher zu stellen. Aus der Versammlung kam der Wunsch nach mehr Transparenz, um „Bäckerstraßen-Gerüchten“ vorzubeugen. Zahlen wollten die Geldgeber verständlicherweise nicht auf den Tisch legen, aber GbR-Vertreter Herbert Hoppmann ließ wissen, dass man dabei sei, das Vertragswerk zu überarbeiten, das das Verhältnis zwischen dem Verein und der GbR regele.

12.3.2002 MI-SPORT.DE