Dirk Franck dritter Vorsitzender in 49 Jahren
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Manfred Schülke schied nach 19 Jahren als Beisitzer aus, Karl-Heinz Korte als Vorsitzender. Letzterer wurde wie vor 19 Jahren sein Vorgänger Karl Schlüter zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Den Stadtsportverband Minden führt Dirk Franck (von links).
Verjüngung im Vorstand des Stadtsportverbandes
Mit einem neuen Vorsitzenden und gleichzeitig auf zwei Positionen verjüngt geht der Stadtsportverband Minden nach seiner Jahreshauptversammlung am Montagabend in der Stadthalle in sein Jubiläumsjahr 2004, in dem der Verband sein 50-jähriges Bestehen feiert.
Karl-Heinz Korte, der am 20. März 1984 an die Spitze des Zusammenschlusses der Mindener Sportvereine gewählt worden war, machte sein vor Jahresfrist angekündigtes Ausscheiden wahr und will sich 68-jährig nun anderen Dingen widmen. Korte, seit 1953 Mitglied des TSV Hahlen, den er zwischenzeitlich ebenfalls als Vorsitzender führte, wurde daraufhin zum Ehrenvorsitzenden ernannt und mit einer entsprechenden Urkunde ausgezeichnet. Ihren Dank für das Geleistete und die gute Zusammenarbeit drückten mit Worten und Präsenten aus auch seine Virstandskollegen (mit einem Rosenstock für sein Hobby, die Gärtnerei), die stellvertretende Mindener Bürgermeisterin Adelheid Traue in Vertretung für Urlauber Reinhard Korte für den Rat der Stadt sowie Dr. Joachim Meynert (Leiter Fachbereich 1 Bildung, Kultur, Sport und Freizeit) und Annette Amann und Peter Specht (Sportamt) für die Verwaltung.
Als Leiter der gut vorbereiteten Wahlen fungierte der ehemalige Mindener Bürgermeister Heinz Röthemeier, der die Besonderheit von nur zwei Vorsitzenden in 49 Jahren herausstellte mit Karl Schlüter in den ersten 30 Jahren und dann eben Korte, dessen Vorgänger 1984 zum ersten Ehrenvorsitzenden ernannt worden war und auch der Versammlung am Montagabend beiwohnte.
Für die Nachfolge Kortes schlug Ude Peters, einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden, seinen Kollegen Dirk Franck vor, der bis vor Jahresfrist Geschäftsführer war. Das Votum der Versammlung für den 1. Vorsitzenden des Tanzsportclubs Rot-Weiß Minden fiel einstimmig aus. Der 39-jährige ist Bezirks-Schornsteinfeger-Meister und auch Trainer der Bezirksklassen-Volleyball-Damen von SV Kutenhausen-Todtenhausen. Korte überreichte seinem Nachfolger symbolisch eine Wasserwaage, um damit Schieflagen vermeiden und Ausgewogenheit herstellen zu können.
Ebenso einstimmig erfolgten die weiteren Wahlen: Für Franck zur stellvertretenden Vorsitzenden rückte die bisherige Beisitzerin Lore Voigt auf, und Reinhard Wiech (Geschäftsführer) und Herbert Hackel (stellvertretender Geschäftsführer und Beauftragter für Seniorensport) gehören ebenfalls weiter dem Vorstand an. Nicht so aber Beisitzer Manfred Schülke, der wie Korte seit 1984 dem Vorstand angehörte und jetzt auf eigenen Wunsch ausschied.
Sportabzeichen-Rekord
Für die beiden zuvor mit Lore Voigt und Manfred Schülke besetzten Beisitzer-Posten konnte mit Ralf Fischer (DLRG Minden) nur ein Nachrücker gefunden werden. Der aktive Drachenbootfahrer senkt das Durchschnittsalter des Vorstands ebenfalls. Mit einem weiteren Kandidaten laufen noch Gespräche. Zum neuen 2. Kassenprüfer wurde Wilhelm Rohlfing bestimmt, als Ersatz Heinz Stade nominiert.
Erfreuliches hatte eingangs Annette Amann aus dem Sportbüro berichten können. Die Zahl der Sportvereine in der Stadt ist zwar um drei auf 136 gesunken, die Zahl deren Mitglieder hat sich aber auf 27 085 erhöht, was einem Organisationsgrad von stolzen 32,67 Prozent ausmacht. Auch der Anteil der Kinder und Jugendlichen in den Vereinen (jetzt 7552) ist gestiegen. Als "absoluten Rekord, soweit ich zurückdenken kann" bezeichnete Sportabzeichen-Obfrau Amann das Ergebnis von 1723 Abnahmen im zurückliegenden Jahr (386 mehr als in 2001), verteilt auf 828 Schüler, 503 Jugendliche und 392 Erwachsene, darunter immerhin 192 in Minden stationierte Bundeswehr-Soldaten. Spitze unter den 15 beteiligten Vereinen war erstmals seit vielen Jahren nicht der Schützenverein Stiftsallee-Feldmark, sondern TuS Eintracht Minden (155 gleich 19,8 Prozent). Bei den Schulen taten sich besonders die Grundschulen Häverstädt, Hahlen und Bierpohlschule sowie Herder- und Ratsgymnasium hervor.
In den weiteren Berichten und Wortmeldungen vor den zügig und reibungslos verlaufenen Wahlen drehte es sich weit über eine Stunde ums liebe Geld, das der Stadt Minden an allen Ecken und Enden fehlt. So hatte auch Bürgermeister-Stellvertreterin Traue eingangs in ihren Grußworten unterstrichen, dass die kommunale Sportförderung nur Hilfe zur Selbsthilfe sein könne. Man müsse nun enger zusammenrücken, und die Vereine müssten mit einer "moderaten Einführung von Kostendeckungspauschalen für Erwachsene" rechnen.
Entgelt statt Zuschuss
Drastischer umschrieb Dr. Meynert die angespannte finanzielle Lage: "Es wird 2003 nicht besser und 2004 erst recht nicht." Und noch deutlicher wurde Gerald Schüler, Leiter des Fachbereichs 6 (Städtische Betriebe, Sportstätten): "Wir werden künftig um Entgelte für das bitten, was wir früher bezuschusst haben." Auch werden aus den bekannten Gründen geplante Renovierungs- und Baumaßnahmen verschoben oder gar ganz gestrichen. Konkretes konnte aber keiner sagen, sodass die Vereine derzeit kaum Planungssicherheit haben.
12.3.2003 MI-SPORT.DE

