KSB will Auge mehr auf die Jugend werfen

Auch Arbeit für Kinder und Lehrgangswesen unter künftigen Schwerpunkten
Präsident Meyer einstimmig wieder gewählt


Prof. Dr. August-Wilhelm Meyer (links) wurde bei der Jahreshauptversammlung des Kreissportbundes Minden-Lübbecke einstimmig für zwei weitere Jahre zum Präsidenten gewählt. Als Erster gratulierte ihm sein Vorgänger Karl-Heinz Büsching.


"Die Jugend ist uns in den letzten Jahren etwas aus den Augen gelaufen, sie ist zu kurz gekommen im Kreissportbund als Institution, nicht aber natürlich in den Vereinen", bekannte Prof. Dr. August-Wilhelm Meyer bei der Delegiertenversammlung des KSB Minden-Lübbecke im VIP-Raum der Mindener Kampa-Halle.

Aktionen und Projekte im Jugendbereich zählen deshalb zu den Schwerpunkten in den nächsten Jahren, wie der kurz zuvor einstimmig wieder gewählte Präsident des KSB vor den Vertretern der heimischen Vereine sowie der Stadt- und Gemeindesportverbände ausführte. Angedacht ist u. a. ein "Jugendmobil", mit dem man über Land ziehen will.

Stemwede verliert

Aber auch bei den noch Jüngeren will sich der Kreissportbund in nächster Zeit verstärkt engagieren. Etabliert werden sollen in diesem Jahr zwei weitere Bewegungs-Kindergärten, wobei als ein möglicher Standort Stemwede angedacht ist, die Gemeinde im Land mit dem höchsten sportlichen Organisationsgrad. Da dieser zuletzt allerdings von stolzen 66 auf 64 Prozent gesunken ist, will man dadurch dem Trend entgegen wirken. Engagieren will sich der KSB auch in der offenen Ganztags-Grundschule in Hüllhorst.

Als weiteren Schwerpunkt nannte Meyer den Ausbau des Lehrgangswesens. So will sich der KSB Minden-Lübbecke für ein "Qualifizierungs-Zentrum" bewerben, um dann höhere Ausbildungsstufen anbieten zu können, was weite Fahrten der in den Vereinen Tätigen reduzieren könnte. Ein Thema bleiben wird auch "Sport pro Gesundheit", und nach wie vor wird man ein wachsames Auge dafür haben, wie die Kommunen mit der Weiterleitung der Sportpauschale des Landes NRW verfahren.

Alle diese Vorhaben und Planungen seinen nicht ohne die beim KSB angestellten Hauptamtlichen und vor allem Einsatz und Engagement von Ehrenamtlichen zu realisieren, betonte der KSB-Präsident. In diesem Zusammenhang lobte Meyer auch den Kreis Minden-Lübbecke und insbesondere Landrat Wilhelm Krömer sowie den Kreis-Sportbeauftragten Fido Gast, die bei der Delegiertenversammlung anwesend waren: "Der Kreis ist uns immer ein hilfreicher Partner."

Über die Arbeit und die Aktivitäten des Kreissportbundes in den letzten zwei Jahren hatten sich die Delegierten schon im Vorfeld ein Bild machen können, denn die Tätigkeitsberichte der Funktioner lagen ihnen schriftlich in einer 28-seitigen Broschüre vor. Zu diesen gab es dann keine Einwände, und auch zu Diskussionen gaben sie keinen Anlass. Zudem bescheinigten die Kassenprüfer Friedhelm Kinkelbur, dem Schatzmeister und "wichtigsten Mann im Vorstand" (Meyer), eine einwandfreie Kassenführung, sodass die Delegierten dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilten.

"Es ist schon enorm, wieviel Arbeit ihr auf die Hörner genommen habt", lobte auch Karl-Heinz Büsching den Vorstand und seine Mitstreiter. Der KSB-Ehrenvorsitzende und zuvor 18 Jahre lang Vorgänger von Meyer schlug als Wahlleiter den seit zehn Jahren amtierenden Präsidenten zur Wiederwahl vor, und die Versammelten folgten dem Vorschlag einstimmig.

Bis auf eine Ausnahme unverändert blieb auch der weitere Vorstand. Als Vizepräsidenten Meyer zur Seite stehen weiterhin Sigrid Rohlfing-Sundermeier und Detlef Hölscher. Bereits ins 27. Jahr als Schatzmeister geht Friedhelm Kinkelbur, und Roswitha Schäkel wurde erneut zur Lehr- und Sportwartin gewählt, Jutta Eis zur Frauenwartin, Fritz Preuß (in Abwesenheit) zum Referenten für Öffentlichkeitsarbeit, Peter Westphal zum Umwelt-Beauftragten und Margret Aschemeyer zur Sportreisen-Beauftragten. Auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist unterdessen Ulla Jebsen als Seniorensport-Beauftragte. Die als ihre Nachfolgerin gewählte Dr. Annette Gudat, tätig in der Weserlandklinik Bad Hopfenberg, will dieses Amt mehr in Richtung Gesundheitssport ausfüllen. Nun auch offiziell als "Sportabzeichen-Obmann" gewählt wurde Ulrike Bäumer, nachdem sie die Aufgabe schon in den letzten Jahren übernommen hatte. Bestätigt von den 61 anwesenden Delegierten wurde ferner der Vorstand der Sportjugend mit Helmut Schemmann an der Spitze.

Immer mehr Frauen

Die Wichtigkeit der medizinischen Begleitung für einen Sportler unterstrichen hatte eingangs Dr. Heinz Schumacher in einem Bericht über das ITOB. Das seit dem 1. Januar 2001 bestehende "Institut für Trainingsoptimierung und Beratung" des KSB nutzten in den ersten drei Jahren 254 Sporttreibende, wobei der Anteil der Frauen von 12 Prozent in 2001 auf 35 Prozent im vergangenen Jahr stieg.

8.5.2004 MI-SPORT.DE