„Klub hat klangvollen Namen im Verband”
MRV feiert 100-jähriges Bestehen / „Integrierter Mosaikstein im Mindener Zeitgeschehen“
„Der Verein hat im Deutschen Ruderverband einen klangvollen Namen“, lobte DRV-Präsident Helmut Griep in seiner Festrede den Mindener Ruderverein bei dessen 100-Jahr-Feier im großen Rathaussaal.
Das beruhe nicht nur auf den großen sportlichen Erfolgen Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre und der bekanntermaßen sehr guten Bindung der Mitglieder an den Klub. Der Verein habe im DRV auch markante Spuren hinterlassen, führte Griep aus. So wurde 1966 in Minden das noch immer jährlich stattfindende Wanderruderer-Treffen geboren, waren die zwischen 1955 und 1970 im Heisterholz mit zuweilen mehr als 60 Vereinen ausgetragenen Regatten stets ein Höhepunkt im Kalender und begeisterte in den 60er-Jahren das Mindener Ruderkabarett sein Publikum in ganz Deutschland und sogar darüber hinaus. Und schließlich wurde in Minden von 1957 bis Anfang der 90er-Jahre die Fachzeitschrift „Rudersport“ verlegt von Rolf Ziel und seinen Mitarbeitern, von 1978 bis 1984 Vorsitzender des MRV. Zur Erinnerung an das Jubiläum überreichte der DRV-Präsident dem Verein und dessen Vorsitzenden Dr. Rainer Möhl die Goldflagge des Verbandes. Außerdem zeichnete Griep den Wanderruderwart des MRV, Hans Filor, mit dem Äquatorpreis für mehr als 40\x0f077 auf dem Wasser zurückgelegte Kilometer aus.
|
|
Dr. Möhl und DRV-Präsident Griep mit der Goldflagge
|
Zu Beginn des gut zweieinhalbstündigen Festaktes hatte MRV-Vorsitzender Dr. Möhl neben zahlreichen Vereinsmitgliedern, darunter Ehrenpräsident Dieter Schwandt, auch viele Ehrengäste aus Sport, Politik und Wirtschaft begrüßt. „Der Mindener Ruderverein hat mit seinen Mitgliedern nicht den Lauf der Geschichte in Minden bestimmt, aber er war immer ein integrierter Mosaikstein im Mindener Zeitgeschehen“, fasste Dr. Möhl die zurückliegenden 100 Jahre zusammen. An deren Anfang standen 16 junge Männer, die nach ersten Ruderversuchen im Weserhafen und dann auf dem Strom selbst am Freitag, 19. Mai 1905, abends um 9.15 Uhr den Verein gründeten.
„Vergnügungs-Verein“
„Einer giebt der Hoffnung Ausdruck, daß wir uns schon bald an Regatten beteiligen könnten, ein anderer ist indeß der Ansicht, daß wir zunächst nicht Renn-Verein, sondern Vergnügungs-Verein sein wollen“, heißt es im Versammlungs-Protokoll und gilt auch heute noch für den Verein, in dem neben dem Rudern in seinen verschiedenen Varianten auch Geselligkeit und kulturelle Aktivitäten ihren festen Platz haben. „Ich glaube, dass wir mit engagierten Mitgliedern zuversichtlich in das nächste Jahrhundert starten können“, blickte Dr. Möhl optimistisch voraus und schloss mit einem Alphabet, das die vielfältigen Tätigkeiten der Mitglieder aufzählte.
Die Reihe der Grußworte eröffnete Landrat Wilhelm Krömer, der immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünschte und einen Baustein für die Jugendarbeit im Verein mitgebracht hatte. Mindens stellvertretende Bürgermeisterin Adelheid Traue bezeichnete den Wassersport als wichtigen Imageträger für die Stadt und überreichte eine Urkunde und ebenfalls einen Beitrag für die Jugendarbeit. Mit einer Rede in Gedichtform und einer Glocke, die immer dann ertönen solle, wenn etwas Wichtiges anstehe, überraschte Prof. Dr. August-Wilhelm Meyer als Kreissportbund-Vorsitzender den Verein. Stadtsportverbands-Vorsitzender Dirk Frank wünschte dem jung gebliebenen Jubilar viel Erfolg weiterhin und überbrachte ein „ostwestfälisches Flachgeschenk“, desgleichen Vorsitzender Albert Bernhardt für den 1951 gegründeten Ring der Wassersportvereine um die Porta. Eine weitere Goldflagge überreichte Dr. Rolf Greve namens des nordrhein-westfälischen Ruderverbandes. Zu weiteren Gratulanten zählten auch der 2. Vorsitzende des nordwestdeutschen Regattaverbandes und Vertreter benachbarter und befreundeter Vereine.
Treue Mitglieder
Im Rahmen der Feierstunde, die Maike Ritterbusch (Gesang) und Jonathan Blech (Klavier) musikalisch auflockerten, wurden auch einige Mitglieder für ihre Treue geehrt: Für 50 Jahre mit der goldenen Nadel Adolf Laufer sowie für 25 Jahre mit Silber Martina Räker-Janssens, Ilse Bakker, Christoph v. Wriesberg, Wolfgang Schwarz, Janette Reinhard, Ullrich Blanke, Joachim Otto und Dr. Christian Kurth.
Klaus Kosiek, von 1994 bis 2000 MRV-Vorsitzender, ließ mit einer Powerpoint-Vorführung die 100 Jahre noch einmal lebendig werden.
Die Taufe von zwei Booten am Abend (siehe an anderer Stelle), die Jubiläumsfete im Bootshaus, gemütliches Grillen am Abend zuvor und ein Frühschoppen am Tag danach rundeten - neben aktivem Rudern - das Jubiläums-Wochenende ab.
24.5.2005 MI-SPORT.DE
|
|
Die für ihre Vereinstreue geehrten Mitglieder
|
MRV tauft neue Renn-Zweier und -Einer
Im Rahmen der 100-Jahr-Feier des Mindener Rudervereins wurden ein Renn-Zweier und ein Renn-Einer getauft. Während der RennZweier für den Regattabetrieb vorgesehen ist, soll der Renn-Einer dem allgemeinen Ruderbetrieb zur Verfügung stehen. Möglich wurde der Kauf durch großzügige Spenden von Mitgliedern und Freunden des Vereins. Besonders engagiert haben sich dabei die Mitglieder des AKK, des Akademischen Kegel- Klubs von 1837, Minden. Der Rennzweier soll auf besonderen Wunsch des AKK und auch vieler Vereinsmitglieder auf den Namen „Rolf Ziel“ getauft werden. Dieser war nicht nur langjähriger Vorsitzender des Vereins und Ehrenmitglied des deutschen Ruderverbandes sowie Schriftführer der Zeitschrift „Rudersport“, sondern auch viele Jahre aktives Mitglied im AKK. Auf Grund der hohen Spende der AKK-Mitglieder konnte nicht nur der Zweier, sondern auch der Renn-Einer beschafft werden. AKK-Präsident Dr. Gerd Anders nahm vor dem Bootshaus die Taufe des Renn-Zweiers in Anwesenheit von Helga Ziel, der Witwe von Rolf Ziel, vor (Foto). Vereinsvorsitzender Dr. Rainer Möhl (rechts) übernahm die Taufe des Einers auf den Namen „AKK“.
24.5.2005 MI-SPORT.DE
|
DRV-Ehrenpreis für Hans-Dietrich Schwandt
|
Mit einem Neujahrsempfang im Bootshaus an der Weserpromenade läutete der Mindener Ruderverein jetzt das Jubiläumsjahr 2005 ein, in dem der Verein mit einem Festakt am 21. Mai im Großen Rathaussaal sein 100-jähriges Bestehen feiern wird. Höhepunkt des Neujahrsempfanges war die Verleihung des Ehrenpreises des Deutschen Ruderverbandes für 50-jährige Mitgliedschaft an den Kassenwart und stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, Hans-Dietrich Schwandt, die 1. Vorsitzender Dr. Rainer Möhl vornahm. Naben zahlreichen der rund 170 Mitglieder des Klubs und Vertretern der Wassersportvereine aus der näheren und weiteren Umgebung waren Gäste des Empfanges u. a. auch Landrat Wilhelm Krömer und die stellvertretende Mindener Bürgermeisterin Adelheid Traue. Kabarettist Dieter Fechner von den "Stichlingen" gab einige kritische Anmerkungen zur Tagespolitik zum Besten, und musikalisch umrahmten die Stunden im vollbesetzten Bootshaus Hannes Richter und Christian Hofmeier vom Ratsgymnasium.
18.1.2005 MI-SPORT.DE