„Sport geht an Finanzkrise nicht zugrunde”
Stadtsportverband Minden hofft auf „entkrampftere Zeiten“ / Sanitäranlagen des Weserstadions moniert / Weiter unter Dirk Franck
2. Vorsitzender Ude Peters (rechts) gratuliert hier dem wiedergewählten 1. Vorsitzenden Dirk Franck.
„So hoffe ich auf entkrampftere Zeiten, damit wir uns wieder dem Sport selbst widmen können. Dieser wird an der Finanzkrise der Stadt auf jeden Fall nicht zugrunde gehen.“ Mit diesen Worten schloss Dirk Franck als 1. Vorsitzender seinen Bericht bei der Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes Minden, in der nicht nur einmal das (fehlende) Geld im Vordergrund stand.
So unterstrich eingangs in seinem Grußwort Mindens Bürgermeister Michael Buhre, dass die Sanierung des städtischen Haushalts absoluten Vorrang habe, denn nur dann sei eine finanzielle Förderung des Sports auch „planbar“. Trotz leerer Kassen konnten in der jüngsten Vergangenheit dennoch einige notwendige Bau- und Sanierungsarbeiten an Sporthallen und -plätzen durchgeführt werden und wird auch demnächst der Neubau einer Zweifach-Halle im Hahler Feld in Angriff genommen, wobei im Interesse der Vereine auf eine Zuschauertribüne nicht verzichtet werde. Die Stadt komme nicht umhin, den Sport zu fördern, denn: „Sport macht die Stadt attraktiv.“
Aus dem Sportbüro der Stadt berichteten dann Peter Specht und Annette Amann über bauliche und finanzielle Dinge sowie die vielfältigen sportlichen Aktivitäten in der Weserstadt. Bei der Erhebung der Nutzungsentgelte für städtische Sportanlagen, bei der im vergangenen Jahr die eingeplanten 89\x0f000 Euro erreicht wurden, habe man die Abrechnung und Handhabung vereinfacht.
Die Sportlerehrung der Stadt werde am Mittwoch, 9. März, im BÜZ durchgeführt, wo 57 Sportlerinnen und Sportler für hervorragende Leistungen im letzten Jahr belohnt und ein Ehrenamtlicher mit der Sportmedaille der Stadt ausgezeichnet werden. Die 134 Sportvereine zählen derzeit rund 27 000 Mitglieder, davon mehr als 7200 Kinder und Jugendliche.
Weniger Sportabzeichen
1372-mal wurden in 2004 die Bedingungen für das Deutsche Sportabzeichen erfüllt von 490 Erwachsenen (darunter 257 Bundeswehr-Soldaten), 270 Jugendlichen und 612 Schülern, was ein Rückgang von insgesamt 74 Abzeichen bedeutet. Bei den Vereinen waren in dieser Reihenfolge Eintracht Minden, FSB Minden, SG Stiftsallee-Feldmark, TSV Hahlen und MTV 1860 Minden am aktivsten, bei den Grundschulen lag Leteln vor Hohenstaufen und Häverstädt, und bei den weiterführenden Schulen beteiligten sich nur Herder- und Ratsgymnasium.
Aus der Versammlung heraus monierte Dieter Wiegmann (Union Minden) den „erbärmlichen Zustand“ der sanitären Anlagen des Weserstadions, die man auswärtigen Aktiven kaum noch zumuten könne und die gewiss kein Aushängeschild für die Stadt seien. „Seit zwölf Jahren kaspern wir daran rum“, machte sich auch Francks Vorgänger Karl-Heinz Korte für die Erneuerung der Toiletten und Duschen an der 1992 als Wettkampfstätte B ausgebauten Anlage stark, desgleichen der Anfang Dezember 86 Jahre alt gewordene erste 1. Vorsitzende des SSV, Karl Schlüter, wie Korte nun Ehrenvorsitzender „Die Sache liegt mir selbst persönlich am Herzen“, bekannte Bürgermeister Buhre; angesichts fehlender Mittel wolle man nun verstärkt nach Altersnativen suchen bei Planung und Finanzierung.
SSV-Vorsitzender Dirk Franck kritisierte in seinem Bericht das Herunterfahren der Fördermittel für Investitionen und Kleingeräte auf null, hofft aber noch auf eine Änderung: „Sonst braucht man keine Sportförderungs-Richtlinien.“ So ging dann an die Vereine auch die Aufforderung, wie bisher Anträge zu stellen.
Herrenbierabend mit Aalessen, Frauentreff, Jugendtag und die Feier zum 50-jährigen Bestehen des Stadtsportverbandes im Juni letzten Jahres waren u. a. weitere Punkte in den Berichten von Franck und Geschäftsführer Reinhard Wiech am Montagabend in der Stadthalle. Laut Kassenwartin Ingrid Pook lagen die Ausgaben etwas höher als die Einnahmen und verringerte sich so der Kassenbestand.
Zwei neue Beisitzer
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| Dr. Peter Witte | Guido Höltke |
Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes standen die turnusmäßigen Wahlen an. Dirk Franck wurde dabei ebenso einstimmig als 1. Vorsitzender wieder gewählt wie Reinhard Wiech als Geschäftsführer und Herbert Hackel als stellvertretender Geschäftsführer. Gewählt wurden mit Leichtathlet und Sportarzt Dr. Peter Witte und dem Protektor der Ruderriege Herdergymnasium, Guido Höltke, außerdem zwei neue Beisitzer, da Ralf Fischer (DLRG) beruflich in Ulm tätig ist und ein Posten vakant war.
Box-Club aufgenommen
Aufgenommen in den Stadtsportverband wurde während der Versammlung der im April 2002 gegründete Box-Club Minden mit seinen 51 Mitgliedern, darunter 38 Aktive, von denen 30 zum Nachwuchsbereich zu zählen sind. Dem SSV gehören nun 86 Vereine an, und mit dem Pool-Billard-Club steht ein weiterer auf der Warteliste.
Mittels einer Powerpoint-Präsentation vorgestellt worden war im Rahmen der Versammlung den Vereinsvertretern das neue VIBSS InfoSystem Internet des LandesSport-Bundes NRW, das Vereins-Informations-, Beratungs- und Schulungs-System, das Koordinator Jörn Kemmener und Repräsentantin Christine Wolf präsentierten.
16.2.2005 MI-SPORT.DE
