Anja und Andrea Meyer sowie Andrea Oetting und Melanie Niemann (von links) hielten in Kreuzkrug gegen die deutschen Radpolo-Mannschaften sehr gut mit. 

Haller Teams brauchen sich nicht zu verstecken

Bundesliga-Aufsteiger halten bei spannendem Finale um den Deutschlandpokal gegen die starke Konkurrenz sehr gut mit

Beim Finale des Deutschlandpokals im Radpolo in der Turnhalle von Kreuzkrug war deutlich zu erkennen, dass alle beteiligten Mannschaften vom Leistungsstand dicht beieinander liegen. Auch wenn Anja Meyer und Andrea Meyer als RSV Halle II und Melanie Niemann und Andrea Oetting als RSV Halle I im Sechserfeld unter den deutschen Spitzenmannschaften am Ende die beiden letzten Plätze belegten, dürften die beiden Aufsteiger in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga doch gut mitmischen können.

Das Auftaktspiel war gleichzeitig das Vereinsduell. Beide Haller Mannschaften lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch, den Halle II schließlich mit 5:4 für sich gewinnen konnte. Doch dann ging das Turnier für die beiden Teams erst richtig los gegen die besten vier Mannschaften der deutschen Meisterschaft.

Melanie Niemann und Andrea Oetting musste zunächst gegen den amtierenden deutschen Meister Etelsen antreten. Dabei schlugen sie sich jedoch gut und gingen zu Beginn sogar mit 2:0 in Führung. Dann fand Etelsen jedoch zu gewohnter Stärke zurück, und somit verloren Niemann/Oetting das Spiel mit 3:8. Die nächste Partie gegen den Vizemeister Seeheim II verlief dagegen sehr ausgeglichen. Die Hallerinnen führten teilweise sogar mit zwei Toren, mussten am Ende aber eine ganz knappe 5:6-Niederlage hinnehmen. In der Partie gegen den späteren Pokalgewinner Seeheim I gab es gleich zu Beginn eine Schrecksekunde, denn Melanie Niemann verletzte sich am Nasenbein, und es war zunächst fraglich, ob sie diese Partie fortsetzen konnte. Nach der Verletzungspause spielte sie jedoch trotz Schmerzen motiviert weiter. Ungeschockt vom Zwischenfall, konnten die beiden ihre konstante Leistung beibehalten und ihren Vorteil als Rechts- und Linkshänder gut nutzen. Am Ende verloren sie sehr unglücklich mit 1:3 ebenso wie im letzten Spiel gegen den DM-Vierten Frellstedt (2:3).

Auch die zweite Mannschaft des RV Halle mit den Geschwistern Andrea und Anja Meyer zeigte ganz deutlich, dass mit ihnen in der kommenden Bundesliga-Saison zu rechnen ist. In den Spielen gegen Seeheim I und II sowie Frellstedt konnten sie zeigen, dass sie mit den zukünftigen Gegnern auf Augenhöhe sind. Lediglich einige Flüchtigkeitsfehler kosteten auch hier die Siege, so dass man sich trotz guter Spiele dreimal knapp geschlagen geben musste. Die beste Partie an diesem Tag spielten sie jedoch gegen Etelsen. Hier konnten sie ihr schnelles und abwechslungsreiches Spiel richtig gut anwenden und ihre ganzen Stärken ausspielen, so dass der dreimalige deutsche Meister wirklich gefordert war. Nachdem die Hallerinnen zunächst mit zwei Toren zurücklagen, holten sie in der letzten Minute auf, so dass es kurz vor Ende 6:6 stand. Wenn das Spiel nur eine Sekunde länger gedauert hätte, wäre Halle sogar als Sieger vom Platz gegangen, da der Ball kurz nach dem Abpfiff noch mal im Tor der Etelsenerinnen landete. Somit belegte das Duo den 5. Platz vor Halle I.

Tabelle: 1. Seeheim I 28:19 / 13 Punkte, 2. Etelsen 35:25 / 10, 3. Frellstedt 25:22 / 10, 4. Seeheim II 26:31 / 6, 5. Halle II 24:31 / 4, 6. Halle I 15:25 / 0.

Ergebnisse: Halle II - Halle I 5:4, Seeheim I - Seeheim II 6:5, Etelsen - Frellstedt 7:4, Halle II - Seeheim II 5:8, Etelsen - Halle I 8:3, Seeheim I - Frellstedt 5:5, Seeheim II - Halle I 6:5, Halle II - Frellstedt 5:7, Seeheim I - Etelsen 8:5, Seeheim II - Frellstedt 3:6, Seeheim I - Halle I 3:1, Halle II - Etelsen 6:6, Frellstedt - Halle I 3:2, Etelsen - Seeheim II 9:4, Halle II - Seeheim I 3:6.

5.12.2006 MI-SPORT.DE


Anja Meyer (links) und Andrea Meyer (im Tor) müssen hier zwar einen Gegentreffer im Spiel gegen Frellstedt (5:7) hinnehmen, schlugen sich wie Melanie Niemann und Andrea Oetting aber prächtig.