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| Kreisvorsitzender Wolfgang Wiebesiek und Kassenwartin Waltraud Friedrich lauschen hier den Ausführungen des Bezirksvorsitzenden Waldemar Braun (von links). |
Tennisklubs verlieren wieder mehr Mitglieder
Alarmierende Zahlen bei Tagung des Kreisverbandes in Frotheim / Zulauf und Erfolge beim Nachwuchs lassen aber hoffen
„Mich hat's noch mehr als geschockt. Wir müssen alles in die Hand nehmen und dagegen steuern. Nur über den Jugendbereich haben wir eine Chance, etwas zu gewinnen.” Alarmierende Zahlen musste bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfachverbandes Tennis Minden-Lübbecke im Birkenhof in Frotheim Kreisvorsitzender Wolfgang Wiebesiek (SV Hausberge) bekannt geben hinsichtlich der Mitglieder-Entwicklung in den Vereinen und Tennis-Abteilungen, die dem Kreisverband angeschlossen sind.
War in den letzten Jahren der Schwund pro Jahr auf etwa ein Prozent gesunken und konnte der Kreisvorsitzende angesichts dessen darauf hoffen, dass die Talsohle bald durchschritten ist, so verloren die Vereine in den letzten zwölf Monaten fast fünf Prozent an Mitgliedern.
Die gleichbleibend 37 Klubs zählen nunmehr 5982 Köpfe (Vorjahr 6288) und somit 306 weniger (Vorjahr minus 62). Männliche Mitglieder (3665) sind gegenüber den weiblichen (2317) weiter in der Mehrzahl. Während 20 Klubs schrumpften, hielten zehn in etwa ihren Bestand und legten nur sieben zu, am meisten der TV Rahden (plus 15) und vorwiegend die kleineren Vereine. Mitgliederstärkster Klub ist weiterhin der Mindener TK mit 444 Köpfen (Vorjahr 504), jetzt nur noch knapp vor RW Oeynhausen (438) sowie Oeynhauser TC (392), Lübbecker TC (387), TV Espelkamp (302) und TV Rahden (228).
Die meisten Jugendlichen beheimaten der TV Lahde (49), TV Kleinenbremen (47) und PTSG Lübbecke (43). Und nach den Berichten der Kreisjugendwarte über vielfältige Aktivitäten und großen Zulauf konnte in der Versammlung Wiebesiek später seine Befürchtungen dann auch etwas relativieren: „Nun ist mir nicht mehr ganz so bange wie anfangs.”
Zu dieser ordentlichen Jahreshauptversammlung konnte der Kreisvorsitzende neben elf Vereinsvorsitzenden und 30 Sportwarten auch den Vorsitzenden des Bezirks OWL, Waldemar Braun, begrüßen, der von vielfältigen Neuerungen und Anstrengungen des Bezirks berichtete, in dem der Mitgliederschwund in den letzten zwölf Monaten bei drei Prozent lag: „Der Knick liegt beim Eintritt in den Erwachsenen-Bereich, da verpufft die gute Jugendarbeit der Vereine.” Dagegen sind bei den Ältesten stolze Zuwachsraten zu verzeichnen: „Der Becker-Boom scheint bei den über 60-Jährigen angekommen zu sein.\x0e.\x0e.” Braun wollte in Frotheim dem langjährigen Kreisjugendwart Lutz Tellermann (SuS Veltheim) für dessen Verdienste die bronzene Ehrennadel überreichen, doch war dieser nicht anwesend, und die Ehrung wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
Street-Tennis für Kids
Kreisvorsitzender Wiebesiek war in seinem Jahresbericht eingangs u. a. auf die Trainer-Ausbildung des Kreises eingegangen, die eingestellt wird, wenn die Resonanz nicht wächst (zuletzt nur sechs Teilnehmer aus drei Vereinen). 25-jährige Bestehen feiern konnten TC Nettelstedt, Eggetaler TC, TV Stemmer und Hedemer TV, 40 Jahre alt wurde RW Oeynhausen. Wiebesiek streifte die harmonischen und gut besuchten Verbands- und Bezirkstage und hofft auf neue Impulse für das heimische Tennis durch den vom Westfälischen Tennis-Verband (WTV) organisierten Street-Tennis-Tag am 20. Juni in Minden, für den Schulen aus Minden und Porta Westfalica inzwischen mehr als 1000 Teilnehmer gemeldet haben.
Zur kommenden Sommerrunde ist im Kreis laut Sportwart Michael Blase die Zahl der teilnehmenden Erwachsenen-Mannschaften um drei auf 98 gesunken, weil u. a. mehr Teams in Bezirksklassen aufgestiegen sind. Allerdings sind im Damenbereich nur noch zehn Mannschaften gemeldet. Für die Einzel-Kreismeisterschaften vom 17. bis 20. August beim Lübbecker TC hofft Blase auf mehr Teilnehmer als vergangenes Jahr in Bad Oeynhausen (etwa 50).
Ohne größere Probleme wurde laut Carsten Scheer jetzt nach 156 Spielen mit 68 Teams in 14 Klassen die Hallenrunde abgeschlossen. Bis zum 15. Juni erwartet er Meldungen für den nächsten Winter.
Termine entzerrt
Mit 73 Mannschaften (Vorjahr 74) ist nach insgesamt 150 Spielen jetzt auch die Hallenrunde beim Nachwuchs beendet worden. Gut angenommen wurde laut Kreisjugendwart Wilfried Brandhans die neu eingerichtete U-10-Klasse, für die im Sommer gar elf Mannschaften gemeldet wurden. Als hervorragendes Ergebnis wertete er, dass in diese im Kreis nunmehr 113 Teams (im letzten Sommer 95) gehen werden. Weitere fünf spielen in Bezirksklassen. Die Spieltermine des Sommers will man etwas entzerren und spielt in diesem Jahr nun vor und nach den Sommerferien. Für nicht leistungssport-orientierte Nachwuchsspieler wird es mit dem Wiehen-Cup in diesem Jahr zudem erstmals eine Turnierserie geben.
Manfred Teunissen - für die Einzelmeisterschaften zuständig - bescheinigte auch den so genannten kleinen Vereinen eine sehr gute Jugendarbeit, verteilen sich doch gegenüber früher die Sieger nicht nur auf zwei, drei Vereine, sondern sind wesentlich breiter gestreut.
Nach dem Bericht von Kassenwartin Waltraud Friedrich (etwas mehr Einnahmen als Ausgaben) wurde dem Kreisvorstand einstimmig Entlastung erteilt. Wahlen standen in diesem Jahr nicht an. Angenommen von der Versammlung wurde ein Antrag, nach dem bei Bankeinzügen gesonderte Belege mit detailierten Angaben zu verschicken sind.
30.3.3006 MI-SPORT.DE

